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Böden trocken: Feuerwehr warnt nicht nur vor Gefahr im Wald

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Von: Lars Schäfer

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Mai 2020: Auf einer größeren Fläche am Drescheid brannte es auf einem gerodeten und knochentrockenen Waldstück. Mehr als 100 Einsatzkräfte waren im Einsatz.
Mai 2020: Auf einer größeren Fläche am Drescheid brannte es auf einem gerodeten und knochentrockenen Waldstück. Mehr als 100 Einsatzkräfte waren im Einsatz. © Markus Klümper

Das herrliche Frühlingswetter lockt in diesen Tagen viele Menschen in die Natur. Wer im Wald unterwegs war, der weiß: Die Böden sind staubtrocken. Laub, Äste und Totholz können sich dieser Tage rasch entzünden. Aber auch etwas anderes birgt dieser Tage ein großes Brandrisiko.

Altena – Sonnenschein, milde Temperaturen, aufblühende Natur, kein Niederschlag: Die Tage vor, an und nach dem Osterfest lockte die Menschen vor die Tür. Raus in den Garten. Ab ins Eiscafé oder in den Biergarten. Rauf aufs Fahrrad oder rein in die Wanderstiefel. Jeder so, wie er oder sie mag. Frühling von seiner schönen Seite. Herrlich!

Doch wer in den vergangenen Tagen im Garten gebuddelt hat oder in den heimischen Wäldern unterwegs war, weiß: Die Böden sind staubtrocken. Gerade trockenes Laub, Äste und Totholz, das sich noch zuhauf in den heimischen Wäldern befindet, kann sich dieser Tage rasch entzünden. Das Waldbrandrisiko: Hoch!

Den ersten großen Waldbrand des Jahres hatte es in der Burgstadt Ende März gegeben, als im Waldgebiet Halsknopf ein zehnjähriges Kind, so hatte es später die Polizei angegeben, offenbar durch „Zündeleien“ Laub in Brand gesetzt hatte. Das Feuer hatte sich in der Folge rasch ausgebreitet, 5000 Quadratmeter hatten letztlich in Flammen gestanden und rund 100 Wehrkräfte über Stunden in Atem gehalten.

Obwohl der Februar in diesem Jahr niederschlagsreich gewesen war, war die „obere Bodenschicht durch Wind und Sonne im März schon wieder völlig ausgetrocknet“, hatte der für die Nette, Dahle und Evingsen zuständige Revierförster Frank Bossong nach diesem Brand gesagt und die Waldbesucher in diesem Zusammenhang zu einem verantwortungsvollen Verhalten aufgefordert.

Gesunken ist das Waldbrandrisiko in den zurückliegenden Tagen natürlich nicht, im Gegenteil. „Man darf nicht vergessen, dass wir in den Laubwäldern noch kein Kronendach und wir auch noch die ganzen Kalamitätsflächen vom Borkenkäfer haben. Das heißt, dass die Sonne im Moment ungehindert auf den Oberboden scheinen kann“, so Bossong.

Die Kombination aus wenig bis keinem Niederschlag, Wind, Sonne und herumliegenden Käferholz führe zu einer nicht zu unterschätzenden „Waldbrandwetterlage“ im April. Der Förster bittet daher unter anderem inständig darum, keine Zigarettenkippen im Wald wegzuwerfen.

„Was wir an diesen sonnigen und warmen Tagen auch oft haben, ist, dass irgendwo ein Grill angeschmissen oder ein Feuerchen gemacht wird an Stellen, wo es keine richtige Feuerstelle gibt. Das ist natürlich auch ein Faktor, der sich schnell auswirken kann“, so Bossong. Wie rasend schnell sich ein Feuer im trockenen Wald ausbreiten kann, hatte der Brand Ende März gezeigt.

Die Waldbrandgefahr ist also noch längst nicht gebannt, weshalb auch die Feuerwehr Altena um entsprechendes Verhalten in den heimischen Wäldern aufruft. „Offenes Feuer im Wald ist tabu“, betont Sprecher Philipp Selle. Er weist auch darauf hin, dass Waldwege und Waldzufahrten unbedingt freizuhalten und nicht zuzuparken sind. Sie dienen als Rettungswege und Zufahrten für Löschfahrzeuge.

Fahrzeuge: Pkw sollten nur auf befestigten Flächen abgestellt werden, weil der heiße Auspuff Gras oder Laub in Brand setzen kann. Und wer eine Rauchentwicklung oder Feuer im Wald entdeckt, soll umgehend die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 alarmieren.

Trocken ist es dieser Tage aber nicht nur in den Wäldern der Region, sondern auch vor der eigenen Haustür, wo Eigentümer oder Mieter das sprießende Unkraut im Frühling und Sommer nicht selten mithilfe eines Gasbrenners vernichten wollen. In den meisten Fällen geht das auch gut – aber eben nicht immer.

In Lippstadt-Lipperode beispielsweise hatte ein Anwohner am vergangenen Mittwoch mit einem Gasbrenner Unkraut abgeflammt und dabei seine Hecke in Brand gesetzt. Das Feuer breitete sich rasant aus. Ein Auto, eine Gartenhütte, zwei Fensterscheiben und zwei Bäume wurden letztlich beschädigt. Dank eines massiven Wassereinsatzes der Feuerwehr konnte Schlimmeres verhindert werden. Dennoch: Der Sachschaden wurde auf 6000 Euro beziffert.

Nur einen Tag zuvor hatte eine Frau (64) in Anröchte im Kreis Soest beim Unkrautvernichten mittels Gasbrenner einige Büsche vor ihrem Haus in Flammen gesetzt. Auch dort verhinderte die Feuerwehr Schlimmeres.

In Altena gab es einen Einsatz dieser Art in diesem Jahr glücklicherweise noch nicht – und dabei soll es auch bleiben. Feuerwehrsprecher Philipp Selle rät daher auch ganz davon ab, Unkraut mithilfe eines solchen Brenners zu vernichten. Selle: „Es ist zwar die einfachste Variante, Unkraut zu vernichten, aber auch die gefährlichste...“

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