Blaues Kreuz: Betreutes, ambulantes Wohnen

Oliver Arendt, Elke Henniger, Frank Abraham und Christian Knaack vor dem Eingang der neuen Beratungsstelle des Blauen Kreuz. Sie befindet sich im Bahnhofsgebäude.  Foto: Bender

Altena - Die Vorstellung neuer Räume für Beratungen und Gruppenarbeit nutzte das Blaue Kreuz am Montag, um für das ambulante betreute Wohnen zu werben. Dieses Angebot gibt es seit 2007, gearbeitet wird eher im Verborgenen.

Publicity verträgt sich auch nicht unbedingt mit dem, was Frank Abraham und Oliver Arendt tagtäglich in Altena leisten: Sie kümmern sich um Klienten, die wegen einer Suchterkrankung ihren Alltag alleine nicht mehr bewältigen können. Begleitung bei Behördengängen, Erinnerungen an den nächsten Arzttermin, Hilfe beim Umgang mit Schulden – die Liste dessen, was da getan werden muss, ist beinahe endlos.

 „Alkohol löst Gehirnzellen und Familien, Leber und Arbeitsplätze auf“ – auf diesen Punkt bringt das Blaue Kreuz jenen Wust von Problemen, mit dem sich schwer suchtkranke Menschen konfrontiert sehen. Obwohl die meisten Klienten der Organisation alkoholabhängig sind, hilft sie auch bei anderen Abhängigkeiten wie zum Beispiel der Spiel- oder Drogensucht.

Nicht immer geht der Abhängige selbst den ersten Schritt: Das ambulante betreute Wohnen ist in erster Linie für Menschen gedacht, die für sich selbst keine Hilfe mehr organisieren wollen oder können. Es kann von der Familie, aber auch von Außenstehenden wie dem Hausarzt oder der psychosozialen Beratung des Jobcenters eingeschaltet werden. Die Kosten übernimmt im Normalfall der Landschaftsverband.

Der Blau Kreuz-Kreisverband betreut mit seinem ambulanten betreuten Wohnen insgesamt 57 Menschen. Schwerpunkte seiner Arbeit liegen in Altena, Werdohl und Lüdenscheid. Vor allem was die Burgstadt angeht, hat das auch historische Gründe: Hier habe sich schon vor 100 Jahren die erste Gruppe der evangelischen Allianz nahestehenden Organisation gegründet, berichtete der Kreisvorsitzende Christian Knaack gestern. Er erinnerte an das große Blau-Kreuz-Haus am Roten Berge, das vor zwei Jahren verkauft wurde – „wir stecken unser Geld nicht in Immobilien, wir wollen dem Menschen dienen“. Nach einer Interimslösung im Lutherhaus hat die Organisation jetzt eine ehemalige Wohnung im Bahnhof angemietet und mit hohem ehrenamtlichen Einsatz zur Beratungsstelle mit mehreren Gruppenräumen hergerichtet. Elke Henniger bietet hier dienstags von 11 bis 12 Uhr und donnerstags von 16 bis 17 Uhr Sprechstunden an. - von Thomas Bender

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