Blauer Rauch und „Tanzende Flammen“

ALTENA ▪ Die Walpurgisnacht, das Hexenfest schlechthin, ist den sagenumwobenen Geschöpfen vorbehalten - Zauberei und Magie faszinierten so auch auf der Burg Altena, die wieder eine perfekte Hokuspokus-Kulisse bot. Ihren Höhepunkt erreichte die Veranstaltung, getreu ihres Titels „Hexennacht“ bei einsetzender Dämmerung. Das traditionelle Hexenfeuer und vor allem die „Tanzenden Flammen“ faszinierten die Besucher. Sabine Huckel und Madeleine Schüttler boten atemberaubende Feuerartistik kombiniert mit orientalischem Tanz.

Auf dem oberen Burghof drehte sich aber auch schon zuvor Vieles um das lodernd-heiße Element. Das Feuerdrachen-Ritual oder feurige Speisen gehörten beispielsweise dazu. Vor allem Letztere waren gefragt - wer sich stärken wollte, musste phasenweise eine lange Wartezeit auf sich nehmen.

Mehrere Hexengänge ließen die Zuhörer tief eintauchen in eine Zeit von Sagen und Geschichten, die sich rund um die Burg ranken. Peter Rieckes Maultrommel- und Didgeridoo-Spiel förderte die Atmosphäre. Dazu gab es einen Hexentrunk, Hexenbrot und für jeden Teilnehmer ein Kräutersäckchen. Ulla Rinke hatte die kleinen Beutel im Vorfeld der Hexennacht genäht und mit unterschiedlichen Kräutern befüllt.

Sabine Lamberti und Diana Koll sorgten mit ihren Gruselgeschichten am Angstloch hoch oben im Bergfried für schaurige Momente. Ein wenig Mut gehörte auch dazu, in das mystisch wirkende Zelt von „Wahrsagerin Asa“ zu schlüpfen, um sich die Zukunft weissagen zu lassen; ein strenger Ritter hielt während der Sitzung Wache.

Nicht weniger Aufmerksamkeit wurde der Gruppe Galahad auf der Open-Air-Bühne zuteil. Die Folkmusiker unterhielten die Besucher der Hexennacht auf ihre Weise. Viele Zuhörer fanden vor der Bühne zusammen, reichlich Applaus war der Musiker Lohn.

Wer sich der Hexerei ein wenig entziehen wollte, war an den Verkaufsständen willkommen. Naturseifen von Elke Pichelbauer oder Lederwaren von „Ansgar dem Lederer“ fanden ebenso Abnehmer wie die Düfte von Hexe Salomea von Kolchis-Iberia. In der Kerzenwerkstatt „Glühwürmchen“ wuselten vor allem Mädchen und Jungen auf und ab, um ihre Dochte in flüssiges Kerzenwachs zu tauchen, trocknen zu lassen, um die Stränge dann erneut einzutauchen, bis die gewünschte Kerzendicke erreicht war. Wer eine echte Hexe sein wollte, der brauchte nicht nur ein selbst gebasteltes Perlenamulett, sondern auch entsprechendes Make-up – das Hexen-Schminken fand gleich nebenan statt.

Die Rand-Angebote lockten die Besucher so lange, bis die Laienschauspielgruppe „Die Pömpler“ inmitten der Besucher „Das Magische Duell“ sowie „Die Beschwörung des Maibocks“ präsentierte, und die Aufmerksamkeit im Handumdrehen auf sich zog. Auch hier stand natürlich Zauberei im Mittelpunkt. Blauer Rauch stieg auf, Zauberpaste wirbelte umher, Magier verwandelten sich in Frauen oder humpelten mit einem „Hexenschuss“ davon. ▪ sr

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