Hegenscheid will nicht mehr

Seit Jahrzehnten führt Rüdiger Hegenscheid – hier beim Schlagerabend im März – den Taktstock des Blasorchesters. Dem Orchester wird er erhalten bleiben, aber die musikalische Leitung soll in andere Hände übergehen.

Altena -  Das Blasorchester Altena wird beim Schützenfest 2015 nicht mit von der Partie sein. Das bestätigt die Vorsitzende Karin Matyka. Den Vorstand der Schützengesellschaft habe man darüber bereits informiert.

Hintergrund ist die Entscheidung von Dirigent Rüdiger Hegenscheid, seine Tätigkeit niederzulegen. Deshalb sei das Traditionsfest der Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft für das Orchester in der bisherigen Form jetzt nicht zu stemmen. Die Vorsitzende betont zugleich, dass die übrigen Aktivitäten des Vereins von der Schützenfest-Absage nicht betroffen seien. Das gelte insbesondere für die Nachwuchsarbeit und die Bläserklassen, aber auch für die übrige Vereinsarbeit.

Gerade da stehe allerdings ein Neuorientierung ins Haus. Im Januar soll es eine Mitgliederversammlung geben, bei der ausführlich über die Zukunft des Vereins gesprochen wird. „Wir müssen uns neu orientieren“, sagt die erste Vorsitzende dazu. Fest stehe aber: „Wir wollen weitermachen.“ Was an übriger Vereinsarbeit geleistet werde, sei klar von der Schützenfest-Entscheidung zu trennen, betont die Vorsitzende.

Die jüngere Geschichte des 1934 als Werkskapelle der Firma Berg gegründeten Blasorchesters ist ohne den Namen Rüdiger Hegenscheid schwer vorstellbar. Er übernahm das Amt des musikalischen Leiters im Jahr 1983 und versieht diese Aufgabe seitdem ununterbrochen. Die Webseite des Blasorchesters gibt Auskunft darüber, dass es nur fünf Vorgänger auf diesem Posten gab, – darunter zuletzt Joachim Kirmse –, die aber überwiegend weit kürzere Amtszeiten hatten.

Die musikalische Laufbahn Rüdiger Hegenscheids begann im Alter von zwölf Jahren beim Spielmannszug Rahmede; 1980 wechselte er dann zum Blasorchester, dessen Dirigent er nach entsprechender Fortbildung bald darauf werden sollte. „Ich mache das seit über 30 Jahren“, sagt Hegenscheid selbst zu seiner Entscheidung. „Jetzt müssen auch mal andere ran.“

Das Blasorchester plagen unterdessen auch Personalsorgen. Zwar wird seit einiger Zeit gegengesteuert, – nicht zuletzt mit dem Projekt der Bläserklasse am Burggymnasium –, doch die Personaldecke ist ausgedünnt. „Uns sind einige Musiker abhanden gekommen“, sagt dazu die Vorsitzende Matyka. Deshalb ist man froh über jeden Neuzugang.

Interessenten können auch gerne einmal bei den Proben vorbeischauen. Dienstags von 19 bis 20 Uhr übt der Nachwuchs, freitags von 19 Uhr bis 21.30 Uhr ist das Orchester an der Reihe. Geprobt wird in der Firma Draheim an der Nettestraße 59, gegenüber der Schirrmann-Realschule.

Beim Altenaer Schützenfest haben die Musiker des Blasorchesters in der Vergangenheit stets ein Mammutprogramm absolviert. Alleine donnerstags und freitags sind nach einer überschlägigen Rechnung rund 16 Stunden an Auftritten zu absolvieren, dazu kommen noch die zahlreichen Rahmenveranstaltungen im Vorfeld wie das Girlandenbinden und die Adlertransporte. - Von Thomas Keim

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