Niederländer aus Altena besuchen Altena und rudern nach Hause zurück

Blasen und Muskelkater garantiert

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Seit September 2019 haben Marc de Koning, Jacco Vos, Julian Horkman und der 79-jährige Schiffsbauer im Ruhestand Aart van Beem mindestens einmal die Woche an dem Ruderboot Willem van Orange gearbeitet.

Altena - „Das Boot ist noch nicht komplett. Wo ist denn der Stier?“ – Diese Frage ließ der 14-jährige Jacco Vos nicht lange unbeantwortet. Freitag schnappte er sich die Galionsfigur, lackiert in den deutschen und niederländischen Landesfarben, und montierte sie kurzerhand mithilfe einer Münze, weil der Schrauber nicht passte, auf den Bug des Ruderbootes im Garten der Burg Holtzbrinck.

Fröhlich, bunt und irgendwie familiär ging es zu, als der Besuch aus den Niederlanden in Altena zu Gast war, um über verschiedene Wasserwege mit dem Boot zurück ins niederländische Altena, Brabant, zu fahren. Und mittendrin: Anne Rohde als Direktorin der Sekundarschule, die den Kontakt zum Willem van Oranje-Kolleg und den Ruderern neben Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein maßgeblich eingefädelt hatte.

Ein Stier in den Farben der Niederlande und Deutschlands schmückt den Bug des Bootes.

Denn die Niederländer wollen mit der namensgleichen Stadt in Südwestfalen häufiger in Kontakt treten. „Da bietet sich eine Schulpartnerschaft auf welchem Wege auch immer doch an“, meinten sowohl Rhode als auch die mitgereisten Lehrer aus den Niederlanden. Weil Holland nicht nur das Land der Grachten, Blumen und des Gemüses ist, sondern nach wie vor sehr viel von Schiffs- und Bootsbau versteht, hatte man am Wilhelm -van-Orange-Kollege die Idee, ein Ruderboot zu bauen. Unter Anleitung eines pensionierten Bootsbauers ging es ans Werk und die Besucher im Park staunten am Freitag nicht schlecht, was die jungen Leute unter fachkundiger Anleitung gebaut haben. Der noch bis zum 30. November amtierende Bürgermeister von Altena in Brabant, Marcel Fränzel, war mit nach Südwestfalen gereist und freute sich mit seinen Gastgebern über die gelungene Aktion. Er ist seit dem 1. Januar kommissarisch Chef der Verwaltung dreier ehemals selbstständiger Gemeinde, die zum 1. Januar in der neuen Gemeinde Altena aufgegangen sind.

Lenne führt zu wenig Wasser

Leider konnte das Boot am Freitag nicht, wie geplant, von einer Kaimauer einer Lenneterrasse zu Waser gelassen werden. „Die Lenne führt zu wenig Wasser. So müssen wir hinter Hagen starten“, sagte Ruderer Marc de Koning. Mehr als 300 Kilometer wird er, wie fünf weitere Schulkollegen, am Ende auf den Wasserwegen Ruhr, Rhein und Maas zurückgelegt haben. „Und sicherlich jede Menge Blasen und Muskelkater“ davon tragen, flachste er. Der niederländische Bürgermeister hatte für die Altenaer noch ein Stein-Puzzelmitgebracht, das er gemeinsam mit Dr. Andreas Hollstein legte. Es soll in Brabant vor dem Rathaus seinen Platz finden. „Auch das symbolisiert so ein bisschen, wie das neue Altena zu Hause zusammen wachsen muss“, sagte er. Und weil es nicht auf Anhieb klappte, hatte Spielleiter Henk gleich Draht aus Altena daneben gelegt. „Dann knoten wir eben....“

Hollstein reist nach Brabant

Hollstein wollte zur Ankunft der Ruderer nach Altena, NL, reisen, ist aber verhindert. „Ich komme im Sommer. Dann holen wir das nach“, versprach er. Schüler der Sekundarschule, Altenaer Bürger und auch Vertreter des VCP Evingsen, feierten Freitag mit den Gästen aus Brabant noch ein bisschen in den Abend. Und bauten gemeinsam in internationalen Teams sogar kleine Modellboote. Die ließen sie am Ende auf der Lenne schwimmen. Und keines ging unter. Ein sicherlich gutes Omen für die Tour. Wie gesagt: Freitag ist Ankunft. Bis heute, Dienstag, sollen die Ruderer schon 143 Flusskilometer geschafft haben.

Besonderes Projekt des Willem van Orange Kollegs

Seit September 2019 haben Marc de Koning, Jacco Vos, Julian Horkman und der 79-jährige Schiffsbauer im Ruhestand Aart van Beem mindestens einmal die Woche an dem Ruderboot Willem van Orange gearbeitet. „Es ist eine Gemeinschaftsleistung, die ein bisschen so etwas wie ein Symbol ist für unsere neue zusammenwachsende Stadt Altena. Die jungen Leute sind aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Aalburg, Werkendam und en Woudrichem und haben Teamarbeit gelernt. Und das steht symbolisch auch für das neue Gemeinwesen“, erklärte ein Deutschlehrer des Willem van Orange-Kollegs, der nach Altena mitgereist war. Das Boot selbst ist 6,67 Meter lang, 1,51 Meter breit und ist sogar hochseetüchtig. Es wird von sechs jungen Leuten über eine Distanz von etwa 300 Kilometer auf den Flüssen Ruhr, Rhein und Maas gerudert. Vorne und hinten sitzen noch je ein Steuermann oder eine Steuerfrau. Ankommen wollen die Ruderer und ihre Begleitung am Freitag in Brabant. Dort gibt es ein historisches Fort und es soll ein großer Empfang stattfinden. In die Riemen legen sich alle für benachteiligte Kinder.

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