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Bisher einmaliger Pastoralverbund: Drei Gemeinden mit Vorreiterrolle

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Von: Bettina Görlitzer

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Michael Siol, Sabine Drescher und Thorsten Brinkmeier bilden gemeinsam das interprofessionelle Team für die Gemeinden Hülscheid-Heedfeld, Oberrahmede und Rahmede.
Michael Siol, Sabine Drescher und Thorsten Brinkmeier bilden gemeinsam das interprofessionelle Team für die Gemeinden Hülscheid-Heedfeld, Oberrahmede und Rahmede. © Bettina Görlitzer

Es ist Zeit, das Kirchturmdenken aufzugeben und trotzdem soll jeder seiner eigenen Kirche verbunden bleiben können: So fasst Michael Siol zusammen, was sich als bisher einmaliges Projekt in der Westfälischen Landeskirche formiert hat.

Altena/Lüdenscheid/Schalksmühle – Seit dem 1. Augst komplettiert Sabine Drescher, Gemeindepädagogin mit pastoralem Auftrag, das interprofessionelle Team in der Leitung der drei evangelischen Kirchengemeinden Hülscheid-Heedfeld (Schalksmühle), Oberrahmede (Lüdenscheid) und Rahmede (Altena). Dritter im Bunde ist Pfarrer Thorsten Brinkmeier. Er sagt: „Es ist schön, dass wir da sind, wo wir sind. Es war ein guter Prozess, auch wenn es manchmal schwierig war.“ Am Sonntag, 4. September, wird Sabine Drescher im gemeinsamen Gottesdienst aller drei Gemeinden ab 11 Uhr in der Kirche in Oberrahmede offiziell eingeführt.

In diesem bisher einmaligen Pastoralverbund dreier Gemeinden ist es alle Beteiligten ein zentrales Anliegen, notwendiges regionales Denken mit dem individuellen besonderen Charakter jeder einzelnen der drei Gemeinden zu verbinden. Der Prozess sei zwar durch die Reduzierung der Anzahl der Pfarrstellen „ein bisschen erzwungen“ worden, aber jetzt sehen die Verantwortlichen die Gemeinden für die nächste Zukunft gut aufgestellt: Es sei kein leichtes Jahr gewesen, in dem dieser Prozess vorbereitet wurde, betont Brinkmeier. Aber Mitarbeiter und Presbyterien „gehen gut und vertrauensvoll miteinander um. Das ist für mich das A und O“.

Dafür wollen die Drei den Ehrenamtlichen Danke sagen. Denn auch die seien während dieser Zeit sehr beansprucht worden, um allen Gemeinden gleichermaßen gerecht zu werden. Unterstützt wurde der Prozess sowohl vom Evangelischen Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg als auch von der Landeskirche. Michael Siol freut sich, dass sich alle drei Gemeinden auf die neuen Strukturen einlassen, die es ermöglichen, Neues zu probieren und kennenzulernen, ohne Bewährtes aufzugeben. „Jeder kann einen Blick über seinen Kirchturm hinaus wagen und trotzdem in seiner Kirche bleiben“, lädt er die Gemeindeglieder ein.

Zum Konzept gehört es auch, dass die Drei an der Spitze als gleichberechtigtes Team „auf Augenhöhe“ miteinander arbeiten. Sowohl die Pfarrer als auch die Gemeindepädagogin sind direkt dem Kirchenkreis unterstellt und für alle drei Gemeinden gleichermaßen tätig, wobei jeder inhaltlich andere Schwerpunkte setzt. Alle drei Personen sind überzeugt, dass die Stärke ihres Teams in der vertrauensvollen Arbeit miteinander und mit den Ehrenamtlichen liegt.

Sabine Drescher ist derzeit noch dabei, alle Gemeinden kennenzulernen und begeistert, wie viele unterschiedliche Facetten von Gemeindeleben es gibt. Diese Vielfalt zu erhalten und gleichzeitig die Mitglieder einzuladen, die jeweils anderen Gruppen und Angebote kennenzulernen ist ein Ziel – neben der Schaffung von neuen, regionalen Angeboten. Da die Gemeindepädagogin die „Neue“ im Team ist, sieht sie es als eine ihrer Aufgaben an, da, wo es möglich und sinnvoll ist, die Kräfte der drei Standorte zu bündeln. Ihr Büro hat sie in Oberrahmede bezogen. Mit Sabine Drescher habe schlagartig mehr regionales Denken eingesetzt.

Der aufwendige und bisweilen anstrengende Prozess sei nun abgeschlossen. Jetzt gelte es, das Ganze mit Leben zu füllen. Aber dafür sieht sich das Team mit der breiten Unterstützung aus allen drei Gemeinden gut aufgestellt. Derzeit werde an einer gemeinsamen Stellenausschreibung für einen Jugendmitarbeiter gearbeitet, der an allen Standorten tätig werden und anteilig nach der Gemeindegliederzahl finanziert werden soll. Deshalb sollen sich auch alle Drei mit ihren Anforderungen einbringen.

Bereits besetzt wurde eine halbe Stelle in der Gemeinde Oberrahmede. Diese ist speziell auf die dortigen Bedürfnisse zugeschnitten und wird daher auch anders finanziert, und zwar je zur Hälfte vom Förderverein der Kirchengemeinde und vom Obdachlosenfreundeskreis. Zu den Aufgaben von Ulrike Tetzlaff gehört unter anderem die Betreuung der Menschen, die sich regelmäßig rund um das Kirchenhaus treffen. Das sei aus den Reihen der Ehrenamtlichen nicht zu leisten, betont Brinkmeier.

Dass die drei Gemeinden in der Region zwischen Altena und Lüdenscheid eine Vorreiterrolle in der Landeskirche einnehmen, habe sich bei einem Treffen mit anderen interprofessionelle Teams vor rund einer Woche gezeigt: Es gebe zwar inzwischen mehrere davon, aber keines ist in drei Gemeinden tätig.

Gemeindefest

Die Evangelische Kirchengemeinde Oberrahmede feiert an diesem Wochenende ihr Gemeindefest. Nach dem Auftakt am Freitag folgen am Samstag ab 16 Uhr eine gemeinsame Wanderung und ab 17 Uhr ein Bühnenprogramm. Ab 19 Uhr spielt die Blues- und Coverband „Juke & The blue Joint“. Am Sonntag schließt sich ab 11 Uhr der Festgottesdienst mit Empfang an.

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