Die SDA tritt zur Wahl an

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Yakup Tekin (links) und Ulrich Biroth stecken in den Vorbereitungen für die Kommunalwahl 2014 und freuen sich, dass viele Altenaer die soziale und demokratische Alternative wieder im Rat sehen wollen.

ALTENA - Die soziale und demokratische Alternative (SDA) will im kommenden Jahr zur Kommunalwahl antreten. Das teilten gestern Ulrich Biroth und Yakup Tekin mit. Sie sind gerade dabei, entsprechende Kandidaten zu suchen.

16 Bewerber werden gebraucht, um möglichst große Wahlchancen zu haben. Kann die Gruppierung in einem oder mehreren Wahlkreisen keinen Kandidaten stellen, können die dortigen Wähler auch nicht für die SDA stimmen - bei der Kommunalwahl gibt es keine Zweitstimme. Das Problem: Die zwei Mann-Fraktion hat bisher keinen Unterbau - sie gründete sich durch die Abspaltung von der SPD, für die Biroth und Tekin gewählt wurden.

Es hätten aber bereits mehrere Altenaer ihre Bereitschaft zur Mitarbeit bekundet, sagte Biroth gestern. So sei die Ex-Kulturbeauftragte und jetzige Stadt- und Kirchenführerin Ursula Rinke bereit, für die SDA anzutreten. Mit Hans Dickel gibt es einen Kandidaten mit politischer Erfahrung - er war vor vielen Jahren Fraktionsvorsitzender der SPD Neuenrade, lebt inzwischen auf dem Nettenscheid und kann damit für den Rat der Stadt Altena antreten. Weitere Interessenten für eine Kandidatur rekrutieren sich nach Biroths Angaben unter anderem aus der Nettenscheid-Initiative, die sich im Zusammenhang mit der Schließung des dortigen Kindergartens gebildet hatte. Diese Entscheidung war von der SDA scharf kritisiert worden. Auch und gerade dort sei die Gruppe ihrer Maxime treu geblieben: „Wir wollen vor solch’ wichtigen Entscheidungen mit den Leuten reden“.

Immer dann eine kritische Opposition zu bilden, wenn das nötig gewesen sei, sei in den vergangenen fünf Jahren sein und Tekins Markenzeichen gewesen, sagte Biroth. Er erinnerte an kritische Fragen zu den immer weiter gekürzten Öffnungszeiten der Bücherei und zur Personalausstattung der Stadtverwaltung, die völlig unzureichend sei - „die gehen da wirklich auf dem Zahnfleisch“.

Am kommenden Donnerstag wollen Biroth, Tekin und die übrigen, schon feststehenden Kandidaten in der Burg Holtzbrinck des Gespräch mit möglichen weiteren Unterstützern suchen (19 Uhr, Blauer Salon). Auch ein SDA-Logo soll dann vorgestellt werden. Die programmatische Arbeit werde aufgenommen, sobald die Personalfragen geklärt seien, sagten die beiden SDA-Ratsherren. Allerdings sei klar, dass auch der nächste Rat unter Sparzwängen zu leiden haben werde und zudem die Folgen des Einwohnerrückgangs stemmen müsse. Das werde den Gestaltungsspielraum einschränken.

Hintergrund: Von der SPD abgespalten

Die Gründung der „sozialen und demokratischen Alternative“ (SDA) war das Ergebnis schwerer Auseinandersetzungen innerhalb der SPD nach der letzten Kommunalwahl im Herbst 2009. Bei der war Tekin über die SPD-Reserveliste in den Rat eingezogen. Biroth rückte nach, nachdem Waltraud Dual den Verzicht auf ihr Ratsmandat erklärt hatte. Der 55-Jährige wurde anfangs als Hoffnungsträger gehandelt, seine Wahl zum Fraktionsvorsitzenden galt als sicher. Dann wendete sich das Blatt – angeblich wegen zu großer Nähe zu Wahlverlierer Kay Kürschner wurde Biroth demontiert und stattdessen Irmgard Ibrom zur Fraktionsvorsitzenden gewählt. Biroth und Tekin traten daraufhin aus der SPD aus und gründeten ihre eigene Fraktion.

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