Grundschule Evingsen in Gefahr

Vier Grundschulen betreibt die Stadt für demnächst unter 500 Schüler. Das könne nicht funktionieren, warnt die „Projektgruppe Bildung und Region“.

ALTENA -  Wolf Krämer-Mandeau kam am Montag im Schulausschuss schnell zur Sache: „Sie werden etwas verändern müssen“, mahnte er, nachdem seine Projektgruppe Bildung und Region im Auftrag der Stadt die Altenaer Grundschullandschaft unter die Lupe genommen hatte.

Dahle, Evingsen, Breitenhagen, Mühlendorf – vier Grundschulstandorte leistet sich die Stadt für demnächst noch etwa über 100 Kinder pro Jahrgang. Bei einer vom Land angestrebten Klassenfrequenz von mindestens 23 Kindern gehe das schon rein rechnerisch nicht auf, machte der Gutachter den Ausschussmitgliedern klar. Seine Empfehlung war rein pädagogisch motiviert, wie er betonte: Schließung der Grundschule Evingsen, weil deren Raumangebot schlechter sei als das der Dahler Schule. Vor allem ein Bereich für zentrale Veranstaltungen fehle im Standort In der Schledde, außerdem seien die Flure eng und dunkel.

Jetzt ist die Politik am Zuge: Der Schulausschuss hatte schon im Frühjahr eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der Zukunft der Grundschulen beschäftigen soll. Grundlage wird das Gutachten sein, erste Vorschläge zur Zeitschiene kamen am Montag auch schon auf den Tisch: Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein sprach sich dafür aus, die erforderlichen Beschlüsse vor der Kommunalwahl im kommenden Jahr zu fällen, CDU-Sprecher Uwe Scholz will sogar noch in diesem Jahr entscheiden. Neben ihm versicherten auch Wolfgang Wilbers (SPD), Oliver Held (Grüne) und Ulrich Biroth (soziale und demokratische Alternative), dass man eine möglichst einmütige Entscheidung anstrebe.

Dass Handlungsbedarf besteht, war den Politikern schon länger klar. Trotzdem bargen die Untersuchungen der in Bonn ansässigen Planungsgruppe auch für sie eine Überraschung: Während die Grundschule am Breitenhagen einigermaßen stabil ist, gibt es für alle anderen Standorte Handlungsbedarf – auch für das Mühlendorf. Die Zweizügigkeit dieser Schule lasse sich auf Dauer nicht halten, warnte Krämer-Mandeau und empfahl, hier gegenzusteuern. Im Umfeld der Mühlendorf-Schule werden demnächst nur noch 30 Kinder pro Jahr geboren, rechnete er vor.

Aktuell ist es so, dass die Schulen in Dahle und Evingsen nicht nur von den dort lebenden Kindern besucht werden, sondern auch von denen vom Nettenscheid, aus weiten Teilen der Nette und aus dem Buchholz. Der Gutachter empfiehlt, das zu verändern und die Dahler Schule zukünftig für die Schüler aus Dahle, Evingsen und vom Steinwinkel vorzusehen. Das reiche für eine Klasse.

Die Eltern in den anderen Stadtteilen könnten damit sicher leben, ahnte der Bürgermeister. Er habe jetzt schon Schwierigkeiten, in der Nette wohnenden Müttern zu erklären, warum ihre Kinder nicht die nahe gelegene Mühlendorf-Schule besuchen sollen, sondern zur Gemeinschaftsgrundschule Dahle/Evingsen gefahren werden, sagte Hollstein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare