Im Workshop mit Loic Devaux wagen sich Hobbykünstler an Alabaster-Gestein

Bildhauerei ist die Kunst des Wegnehmens

+
Unter Anleitung des aktuellen Werkstatt-Stipendiaten Loic Devaux (m.) wagten sich die Teilnehmer schnell an den widerstandsfähigen Werkstoff Stein. Dieser Workshop geht ordentlich in die Arme...

Altena - Gunhild Koch hat sich die schönsten Splitter schon zur Seite gelegt: Wie schön der aufgespaltene Alabaster-Stein von innen aussieht, das war ihr nicht klar, bis sie ihren ersten Bildhauerei-Kurs besucht hat. Den gibt seit diesem Wochenende Werkstatt-Stipendiat Loic Devaux in der Lennestraße. Fünf Teilnehmer haben sich an Hammer und Meißel gewagt.

Bildhauerei, das ist die Kunst des Wegnehmens. Künstler Loic Devaux macht es den Anfängern leicht: Er gibt ihnen ein Stück Ton und ermutigt sie, durch Abbrechen einen Körper zu formen. „Etwas anderes passiert bei der Arbeit mit Stein auch nicht. Aber mit dem Ton hat man schon mal ein sichtbares Ergebnis und bekommt ein Gefühl dafür, wie man vorgehen muss“, erklärt Devaux. Vier Frauen und ein Mann haben sich angemeldet und ihre Arbeit ist bis auf die Straße zu hören, als es ans Gestein geht.

Der Künstler nahm sich viel Zeit für seine Workshop-Teilnehmer.

Mit Bedacht ist der Boden des Kurzzeit-Ateliers abgedeckt worden, denn es fliegen jede Menge Splitter ab von den Bruchsteinen und Klötzen, wenn Hammer, Meißel und Muskelkraft zusammenspielen. Regine Koopmann hat eine fossile Struktur in ihren Stein geschlagen. Die Formen sind bereits am Ende des ersten Tages deutlich erkennbar. Matthias Rüth hat da schon den Durchbruch erlangt: Ein Loch hat der Stein bereits, ein zweites ist in Entstehung. Gunhild Koch ist noch unentschlossen und wartet noch ein wenig ab, welche Schätze und Strukturen ihr Bruchstein noch hergeben wird.

Es macht Spaß

„Es macht richtig Spaß!“, betont die Hobbykünstlerin, die in ihrer Freizeit gern malt, aber vorher noch nie so hartes Material bearbeitet hat. Für Loic Devaux ist Alabaster wie Speckstein. „Ich habe mit Granit angefangen, als ich mit der Bildhauerei begonnen habe“, verrät er lachend. „Deshalb kommt mir dieser Stein ganz weich vor.“ Technisch geübt kommt beim Künstler natürlich am ehesten eine Form zum Vorschein. Einziger Nachteil an dieser künstlerischen Ausdrucksform: Was weg ist, ist weg.

Ab ist ab

Wieder dran formen, das geht in der Bildhauerei nur durch weitere Reduktion der übrigen Skulptur. Zum Feierabend haben die Teilnehmer die Wahl: Zuhause weitermachen oder das Werk im nächsten Teil des Wochenend-Seminars vollenden. Wer mag, kann sein Kunstwerk dann auch noch durch Schleifen veredeln. Das geht sowohl maschinell, als auch mit Papier. „Aber das muss feucht sein“, erklärt Loic Devaux und wer sich umsieht im Atelier, weiß auch, warum: „Ohne Wasser hat man nur Mehl im Schleifpapier hängen und kriegt nichts mehr vom Stein runter...“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare