Nach Abriss an der B236

Bierbach-Brache: So geht‘s weiter mit Altenas Filet-Grundstück

Nur noch Schutt und Trümmer sind nach dem Abriss der Bierbach-Brache an der B236 in Altena übrig.
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Nur noch Schutt und Trümmer sind nach dem Abriss der Bierbach-Brache an der B236 in Altena übrig.

Bierbach ist Geschichte, die Brache in Altena verschwunden. Gearbeitet wird auf dem Areal an der B236 trotzdem. Es geht um den Boden - und eine entscheidende Frage.

Altena – In der Schraubenfabrik Bierbach an der Werdohler Straße wurde früher viel gearbeitet. Und auch jetzt, da von den Gebäuden nicht mehr übrig ist als eine Menge Schutt, sorgt die alte Industrieanlage noch für viel Beschäftigung – für die Männer des Abbruchunternehmens der Firma Prümer aus Lünen. Sie müssen nach dem Abriss nun die Trümmer sortieren, ein Brecher für das Gesteinsmaterial steht schon bereit.

Es geht um 2500 Tonnen, sagt Bürgermeister Uwe Kober (CDU). Momentan ruhen die Arbeiten, denn trockenes Wetter ist für den Fortschritt auf dem Gelände wichtig. Es geht dabei um Farben, um Verfärbungen im Beton. Was dunkel ist, scheint erst einmal verdächtig. Was hell ist, eher harmlos. Wie viel Öl, in der Schrauben-Produktion immerhin unverzichtbar, ist hier über die Jahrzehnte in den Erdboden eingesickert? Die Boden-Untersuchungen werden es an den Tag bringen. Eine „mittlere sechsstellige Summe“ hat die Stadt laut Kober für den Abriss samt Altlasten-Entsorgung veranschlagt.

Stadtplaner: „Da wird sich etwas finden“

Stadtplaner Roland Balkenhol ist sich sicher, dass die bevorstehende Bodenuntersuchungen Altlasten zutage fördern. Der Standort sei eben sehr lange industriell genutzt worden. „Da wird sich etwas finden. Die Frage ist nur, wo und in welchem Umfang“, so Balkenhol.

Das ganze Projekt Bierbach, wo auch immer es hinführen wird, sei ohnehin „nicht kurzfristig zu sehen“. Sowohl Bürgermeister Uwe Kober als auch Roland Balkenhol setzen Hoffnungen in den „Summer of Pioneers“. 20 kreative Menschen aus ganz Deutschland bekommen dabei sechs Monate Zeit, um innovative Projekte und Impulse in und für Altena zu entwickeln. Sie leben und arbeiten für diese Zeit in der Burgstadt.

Große Hoffnungen auf „Summer of Pioneers“

Starten soll das Projekt, das aufgrund der Corona-Pandemie von 2020 auf dieses Jahr verschoben wurde, nach aktuellem Stand am 1. Juni. Es geht um die Innenstadt, aber besonders um die alte Industrieanlage Schwarzenstein. Zu diesem Gesamtkomplex aus dem Erbe des von seinem Sohn ermordeten Geschäftsmannes Chafik Itani gehört auch das Bierbach-Grundstück.

Für Bürgermeister Uwe Kober ist klar: „Wir müssen das Grundstück so aufbereiten, dass etwas Planbares und Vermarktbares daraus entsteht.“ Finanziell müsse sich das Ganze natürlich tragen. Was an der Werdohler Straße letztlich geschieht, sei natürlich auch eine Frage der politischen Gremien. Der Stadtentwicklungsausschuss, letztlich aber natürlich dann der Rat, seien hier gefragt. Der „Summer of Pioneers“ soll den Kommunalpolitikern Ideen und Grundlagen für eine Entscheidung zur Zukunft des Schwarzenstein-Komplexes samt Bierbach-Brache liefern.

Bierbach: Mehrfach von Insolvenzen bedroht

Gegründet wurde die ehemalige Firma Bierbach im Jahr 1855 von J. Georg Bierbach. Zwei Mal drohte die Insolvenz – und das Unternehmen sollte sich letztlich nicht erholen. 2006 gab es einen Neustart als „Bierbach Verbindungstechnik“. 2014 erwarb Geschäftsführerin Ricarda Giese die Firma, die danach als „Gebi Verbindungstechnik“ firmierte. Mitte 2015 war dann klar, dass das Unternehmen nicht überleben würde. Wichtige Kunden waren abgesprungen. Die Schließung war unvermeidbar geworden.

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