Abriss begonnen: Großer Schandfleck im MK verschwindet

Der Abriss der Industie-Brache hat begonnen.

Seit Jahren verfällt die Industrie-Brache direkt an der Bundesstraße. Nun wird der Schandfleck abgerissen.  Der frühere Besitzer wurde ermordet.

Altena – Die ersten Gebäudeteile der ehemaligen Firma Bierbach sind gefallen: Es handelt sich dabei um Anbauten. Die Abrissarbeiten haben ein kleines Geheimnis offenbart. 

Jemand in der Belegschaft hatte viel „Jagdstolz“. Viele kleine Flaschen dieses Kräuterlikörs landeten auf einem Mauervorsprung unterhalb der Toilettenfenster des Bürotraktes, von außen für niemanden sichtbar. Diese wurden nun gefunden. 

Bierbach-Brache: Abriss kostet sechsstellige Summe

Und es hat nach langer Zeit begonnen, was Stadtplaner Roland Balkenhol im April 2018 als „Projekt für Generationen“ bezeichnet hatte. Das galt zwar für die insgesamt gut 40.000 Quadratmeter große Gesamtfläche ehemaliger Itani-Immobilien und schloss den Schwarzenstein-Komplex mit ein. 

Dort fand man 2011 die Leiche des Inhabers der Bierbach- und Schwarzenstein-Immobilien.Ein filmreifes  Familiendrama, das Itani mit dem Leben bezahlte.

Doch ein Anfang ist gemacht. „Ein mittlerer sechsstelliger Betrag“, so Balkenhol, fließt in den Abriss der ehemaligen Schraubenfabrik. Die hatte die Stadt ebenso wie den Schwarzenstein für einen symbolischen Betrag gekauft.

Bierbach-Brache: Schadstoffe vermutlich vorhanden

Bis der große Abrissbagger anrückt, werden wohl noch zwei oder drei Wochen vergehen. Bis dahin haben Mitarbeiter des Abbruchunternehmens Prümer aus Lünen vorwiegend im Inneren des Gebäudes zu tun. 

Es geht darum, so viele alte Baumaterialien wie möglich zu trennen und abzutransportieren. „Das Separieren ist das Aufwendigste“, beschreibt Roland Balkenhol den Prozess. „Aber die Firma ist jetzt zügig dran.“ 

Hier gibt es Bilder vom Abriss der Bierbach-Brache

Frei von Schadstoffen ist so ein ehemaliger Industriekomplex nie. Augenfällig wurde das am Beispiel der Fassadenplatten, die mit Asbest belastet waren und daher nur mit Schutzkleidung entsorgt wurden. 

Bierbach-Brache: Bewegte Geschichte

Was sich möglicherweise sonst noch auf dem Gelände, speziell im Boden, verbirgt, wird sich noch zeigen, wenn die Immobilie nicht mehr steht. „Wir kennen ja nur die letzten hundert Jahre dort“, erinnert der Stadtplaner an die lange Geschichte das Standortes. 

Spektakuläre Drohnenaufnahmen der Industriebrachen an der Lenne finden Sie hier im Video.

Gegründet wurde die Fabrik im Jahr 1855 von J. Georg Bierbach. Zweimal drohte der Firma das wirtschaftliche Aus im Insolvenzverfahren. 2006 gab es einen Neustart als Bierbach Verbindungstechnik mit noch 25 von vormals 60 Mitarbeitern unter der Regie der neuen Geschäftsführerin Riccarda Giese. 

Giese war es auch, die 2014 bestätigte, dass sie die Firma kaufen wolle. Damals war sie seit acht Jahren in der Unternehmensleitung tätig. Unter dem neuen Namen „GEBI Verbindungstechnik GmbH & Co KG“ sollte das Geschäft neu aufgestellt werden. Damals gab es 30 Mitarbeiter. 

Bierbach-Brache: Komplex seit 2015 leer

Diese Arbeitsplätze sollten alle erhalten bleiben. Mit dem neuen Namen trat auch die bekannte Produktbezeichnung des Schraubenherstellers in den Mittelpunkt. Jedoch nicht für lange Zeit: Mitte 2015 stand fest, dass das Unternehmen „abgewickelt“ wird, wie es im Wirtschaftsdeutsch heißt. Betroffen waren rund 25 Mitarbeiter. 

Als Gründe für das Aus der Firma, nannte Giese „das Wegbrechen unseres größten Kunden“. Der habe im März und April „alle Aufträge storniert“. 

Bierbach-Brache: Künftige Nutzung unklar

Über die zukünftige Nutzung des Geländes wird der neue Rat entscheiden müssen. Über die Verwendung ist bereits seit Längerem laut nachgedacht worden: Neuansiedlung von Industrie, Parkplätze oder gar eine Kleingartenanlage? 

Bürger haben sehr konkrete Wünsche für den Bierbach-Komplex.

„Das wird man sehen müssen“, sagt der Stadtplaner. Für eine sogenannte „Mindernutzung“ (zum Beispiel Kleingärten) sei das Gelände aber wohl zu teuer.

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