Politiker stellen sich Schülern

Viele Oberstufenschüler informierten sich gestern in der alten Lehrerbibliothek des BGA über Positionen zur Europawahl.

Altena -  „Was machen wir nach dem Abitur? Was bringt uns Schülern die Europäische Union?“, wollten die zukünftigen Abiturienten wissen. Natürlich waren sich die Drei auf dem Podium einig, dass es sinnvoll ist, seinen Horizont durch Sprachen und Auslandaufenthalte zu erweitern.

„Versackt hier nicht im schönen Altena!“, empfahl Sebastian Schulze. „Wo die Sonne nicht aufgeht“, präzisierte ein Schüler die Ortsangabe. Birgit Sippel bedauerte, dass die Sparbemühungen der Europäischen Union auch vor den Auslandsprogrammen nicht Halt machen. Es dürfe nicht sein, dass sich nur noch Reiche gute Studienbedingungen und Auslandaufenthalte leisten können, sagte Michael Thomas-Lienkämper und war damit gar nicht so weit weg von der Position des AfD-Vertreters, der Bildung als Sache des Staates bezeichnete. Auch die Nachfrage, ob „alle Berufs- und Studienabschlüsse in Europa vereinheitlicht werden sollen“, fand viel Zustimmung auf dem Podium. Sebastian Schulze gab dabei zu bedenken, dass selbst in Deutschland Bildung Ländersache sei und es somit von Bundesland zu Bundesland große Unterschiede gebe. Da wäre noch im eigenen Land viel zu tun.

Deutlich wurde wie bei anderen Diskussionen, dass die Neigung, die EU nach Kosten-Nutzen-Rechnungen zu beurteilen, zumeist stärker ist, als der Enthusiasmus über das großartige Friedensprojekt, das die EU auch ist. Arbeitsmigranten und ausländische Studenten waren Anlass für kritische Nachfragen; mit zahlreichen deutschen Studenten in Österreich konterte Birgit Sippel. Die Kosten-Nutzen-Rechnung rund um den Euro und seine Krise sei allerdings zu komplex, um in einem solchen Rahmen schlüssig beantwortet zu werden.

Sebastian Schulzes kernige Parolen zu diesem Thema brachten Birgit Sippel auf die Palme: „Das, was Sie machen, ist Populismus und Volksverdummung!“, warf sie dem AfDler vor. Es ist eben Wahlkampfzeit. Doch man muss den Diskutanten zugute halten, dass sie sich gegenseitig häufiger ausreden ließen, als für gewöhnlich die Teilnehmer von sogenannten Talkshows im Fernsehen. Jvon Thomas Krumm

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