Beziehungen und Umwelt sind sein spezielles Ding

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Karl Emil Wiele stellt in Altena aus.

ALTENA - „Denk ... mal“ hat Karl Emil Wiele seine Zeichnungen und Installationen überschrieben, die ab dem 4. August in der Stadtgalerie Haus Köster Emden zu sehen sind. Der umtriebige Künstler, der in der Nähe von Prag sein ständiges Atelier hat, „mag kein Sammelsurium. Ich finde, eine Ausstellung muss immer einen roten Faden haben“, sagte er gestern beim Aufbau seiner Bildhauerei und dem Hängen der Zeichnungen.

Die zwischenmenschlichen Beziehungen und das weite Feld der Umwelt sind der rote Faden, der den Betrachter der künstlichen Bäume aus Strohhalmen und Rohren oder die Blei-

skulpturen beziehungsweise Arbeiten aus Wachs auszeichnet. „Der Mensch von heute setzt auf die Technik. Dafür stehen die Stäbe. Jetzt sind wir schon so weit, dass sich Ingenieure sogar an das Erbgut herantrauen“, will Wiele ein Zeichen setzen und auch gegensteuern.

Blei, das Material seiner Würfel, Streifen, Gebilde und Skulpturen, ist für ihn ein „mythisches Metall.“ Er erinnert im Gespräch an König Rudolf und seine Affinität zu Alchimisten an seinem mittelalterlichen Hof. „Blei fasziniert mich“, sagt der Mann.

Wer die Wachsfiguren anschaut, erkennt menschliche Züge. Und doch sind viele der Figuren verfremdet. „Ich habe oft Ohren am Kopf weggelassen und durch Ausrufungszeichen ersetzt. Der Mensch ist doch viel zu oft ein Befehlsempfänger“, sagt Wiele. Wachs, ein organisches, an sich aber totes Material, erweckt er mit „etwas Temperatur zu neuem Leben.“

Dr. Susanne Conzen, die Vorsitzende der Stadt Galerie, führt am 4. August um 19.30 Uhr in die Werke des Künstlers ein. Sie sind dann bis zum 10. September während der üblichen Öffnungszeiten donnerstags von 10 bis 12 Uhr, freitags von 15 bis 17 Uhr und samstags von 11 Uhr bis 13 Uhr für jeden zugänglich. Weitere Informationen: http://www.stadtgalerie-altena.de oder kulturring-altena.de

von Johannes Bonnekoh

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