"Schmutzig, zufrieden und fröhlich"

Bewegung in der Natur: Anmeldungen für den Waldkindergarten möglich

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In Wiblingwerde existiert seit zwei Jahrzehnten ein Waldkindergarten, der auch von Altenaer Kindern besucht wird. Das Interesse an dieser Betreuungsform ist also durchaus vorhanden. 

Altena - Ein Waldkindergarten am Knerling ist eine der Maßnahmen, mit der Stadt und Kindergartenträger auf die steigende Zahl der Kindergartenkinder reagieren wollen. Die Vorbereitungen sind inzwischen so weit gediehen, dass Inge Harneid ab sofort Anmeldungen entgegen nimmt – und zwar nicht nur für Dreijähriige, sondern gerne auch für etwas ältere Kinder, wie sie betont.

Träger des Waldkindergartens ist der Trägerverbund, der sich auf Ebene des Kirchenkreises um die evangelischen Kindergärten kümmert und der deshalb auch für den schon seit Jahrzehnten bestehenden Kindergarten Knerling zuständig ist, der von Harneid geleitet wird.

Inge Harneid (links) und Merle Vokkert stellten das Konzept gestern vor.

An den wird der Waldkindergarten zwar organisatorisch angebunden, personell ist er aber eigenständig. Und räumlich natürlich auch – schließlich zeichnet sich ein Waldkindergarten dadurch aus, dass die Kinder sich fast ausschließlich in der freien Natur bewegen. 

Das werden die Kinder im Waldstück zwischen Knerling und Brachtenbeck tun. Dort soll auch ein Bauwagen stehen, in den sich Kinder zurückziehen können, wenn sie mal genug von der Natur haben und lieber lesen oder kuscheln wollen. Vorgeschrieben ist, dass Waldkindergärten Schutzräume haben, in die Kinder und Erzieherinen sich bei Unwettern zurückziehen können.

Ehemalige Grundschule Knerling

Dafür wird die Stadt in der ehemaligen Grundschule einen Raum herrichten, in dem sich dann auch eine Küche und ein Arbeitsplatz für die Erzieher finden sollen. Auch kindgerechte Sanitäranlagen werden dort zu finden sein. Der Waldkindergarten wird von 7 bis 14 geöffnet sein, das ergibt 35 Stunden. 

Drei Erzieherinnen müssen dafür eingestellt werden. Die Ausschreibung dafür ist längst erfolgt und Bewerbungsgespräche geführt worden – „es sieht gut aus“, fasst Pfarrerin Merle Vokkert deren Verlauf zusammen. Es gebe unter den Erziehern ein großes Interesse an Waldpädagogik, man habe auch Bewerbungen von entsprechend weiterqualifizierten Männern und Frauen entgegen nehmen können.

Bewerbungen laufen

„Dafür muss man brennen“ – so beschreibt Harneid eine wesentliche Voraussetzung für die Mitarbeiter. Sie selbst beschäftigt sich seit dem vergangenen Jahr intensiv mit der Waldpädagogik und spricht von einem „tollen Konzept vor allem für Kinder mit einem großen Bewegungsdrang“. 

Beim Spielen im Wald würden „alle Bildungsbereiche abgedeckt“ und die Kinder zur „Achtsamkeit mit sich, den anderen und der Natur erzogen“. Klar sei, dass das Konzept nicht alle Eltern anspreche, sagten Harneid und Vokkert gestern bei einem Pressegespräch im Lutherhaus. Manche Eltern hätten Vorbehalte, weil die Kinder bei Wind und Wetter draußen sind. Das mache denen nichts aus, meint Harneid.

Weniger krank

Im Gegenteil: Waldkindergartenkinder seien seltener krank als andere. Wichtig sei natürlich angemessene Kleidung – „bei der Auswahl sind wir gerne behilflich“. Sei die vorhanden, dann seien Kinder nach einem Tag im Waldkindergarten „schmutzig, zufrieden, fröhlich und ausgeglichen“. Alle, die sich für das Konzept interessieren, sind zu einem Informationsabend im Lutherhaus eingeladen. Er findet am 6. Mai ab 17 Uhr statt. Anmeldungen nimmt Inge Harneid ab sofort unter Tel. 02352/22854 entgegen.

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