Bevölkerungszahl befindet sich weiter im freien Fall

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Alt und einsam – ein Bild, das symptomatisch ist für das Leben in Altena. ▪

ALTENA ▪ Altena hatte Ende Juni noch 18544 Einwohner und damit 482 weniger als ein Jahr zuvor. Das teilte gestern das NRW-Landesamt Information und Technik mit. In Prozenten ausgedrückt beträgt der Einwohnerschwund 2,5 Prozent.

Alarmierend ist diese Entwicklung vor allem, wenn man sie in Relation sieht. Der landesweite Bevölkerungsrückgang betrug zwischen Juni 2009 und diesem Sommer 0,24 Prozent – Altena stirbt also zehnmal schneller. Im Märkischen Kreis betrug der Rückgang 0,8 Prozent. Einzige Kreis-Kommune mit einem Zuwachs war Hemer. Dort stieg die Zahl der Einwohner um 143 auf 37584.

Wegen der Umbauarbeiten im Bürgerbüro war dort gestern keine genaue Analyse der vom Land gemeldeten Zahlen möglich. Beide für die Bevölkerungsentwicklung relevanten Faktoren seien negativ, sagte Wolfgang Schnapka in einer ersten Reaktion. Soll heißen: Die Zahl der Todesfälle liegt über der der Geburten. Und es kehren mehr Menschen der Burgstadt den Rücken, als neue zuziehen.

Altena bleibt mit diesen Werten eine der Städte mit dem höchsten Bevölkerungsverlust überhaupt: Nach der kommunalen Neuordnung im Jahr 1969 hatte die Stadt über 32 000 Einwohner, zehn Jahre später waren es nur noch 24 565. Hauptgrund für die negative Entwicklung in dieser Zeit war der Wegfall industrieller Arbeitsplätze zum Beispiel bei VDM am Schwarzenstein und später auch Graetz.

Die negative Bevölkerungsentwicklung geht einher mit einem immer weiter ansteigenden Durchschnittsalter. 2006 lag der Anteil der über 60-Jährigen an der Altenaer Bevölkerung bei 28,3 Prozent. Auch dieser Wert ist überdurchschnittlich hoch. Die Folgen dieser Entwicklung sind vielfältig: Das Land rechnet gerade in Kommunen wie Altena mit einem weiteren Rückgang der Schülerzahlen, die Arbeitsagentur warnte vergangene Woche davor, dass es schon bald zu einem spürbaren Mangel an Arbeitskräften kommen könnte. ▪ ben.-

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