Betrunkener (65) hatte Polizisten beleidigt / Prozess am Amtsgericht

Richter mahnt: "Hören Sie auf zu saufen, zu schimpfen und rumzubolzen!" 

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Altena - Möglicherweise hätte es allen Beteiligten viel erspart, wenn Polizeibeamte einen ordentlich alkoholisierten Altenaer am 31. August von der Kirchstraße schlicht und einfach nach Hause hätten gehen lassen - so wie er es wünschte.

Denn den bestellten Krankentransportwagen wollte der 65-jährige nicht besteigen. Und 2,6 Promille Alkohol in seinem Blut ließen ihn zu wenig tauglichen Mitteln greifen, um seinen Willen durchzusetzen...

Die ausgestoßenen Beleidigung waren eher uninspiriert und stammten aus dem üblichen fäkal- und sexualdenunziatorischen Fundus. Dazu kam eine Bedrohung, die eines ernsten Hintergrundes völlig entbehrte: „Ich werde euch alle umbringen.“

Krankenhaus

Dennoch ging die erste Fahrt nicht in den Polizeigewahrsam, sondern zunächst ins Kreiskrankenhaus nach Hellersen. Auch dort konnte der 65-Jährige nicht davon überzeugt werden, dass das für ihn das Beste war. 

Auf seine erneute Randale reagierte man mit dem nächsten Transport in entgegengesetzter Richtung und immerhin bis in die Hans-Prinzhorn-Klinik in Hemer: Dort sah man nach einer gewissen Ausnüchterung offenbar keinen Grund, den Delinquenten weiterhin festzuhalten und ließ ihn laufen. 

„Es tut mir leid“, versicherte der 65-Jährige im Amtsgericht Altena. Er wusste nach einem bewegten Leben natürlich auch, dass er sich gründlich danebenbenommen hatte. „Ich möchte mich bei den Leuten entschuldigen.“

Eher ein ruhiger Typ

Etwas überraschend setzte er hinzu: „Ich bin ein ganz ruhiger Typ.“ Der Staatsanwalt blickte auf das „imposante Strafregister“, sah angesichts der etwas zweifelhaften Umstände der ganzen Geschichte aber offenbar keinen Anlass für große Härte. 

Richter Dirk Reckschmidt verurteilte den Angeklagten letztlich zu der beantragten Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 15 Euro und mahnte: „Hören Sie auf zu saufen, zu schimpfen und rumzubolzen!“ 

Der Angeklagte war offenbar froh, dass von einer möglichen Haftstrafe in keiner Weise die Rede war und verabschiedete sich mit freundlichen Worten: „Danke noch mal!“

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