1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Altena

Betrugsversuch beim Autokauf - mit ganz miesem Trick 

Erstellt:

Von: Thomas Bender

Kommentare

Nach einem Autoverkauf verlor ein Mann einen hohen Geldbetrag. (Symbolbild)
Bei einem Autoverkauf versuchten Betrüger einen Mann aus dem MK über den Tisch zu ziehen. © Imago

Mit einem ganz miesen Trick haben Betrüger versucht, den Kaufpreis für einen Gebrauchtwagen zu drücken. Sie nutzen beim Treffen im MK die Hilfsbereitschaft des Verkäufers schamlos aus.

Altena – Ein Motor wie ein Schiffsdiesel: 70 000 Kilometer sind ein Klacks für einen Toyota Landcruiser, sollte man meinen. Ein Dahler, der ein solches Fahrzeug am Freitag verkaufen wollte, musste sich sagen lassen, dass der Motor kurz vor dem Kollaps stehe und das Fahrzeug damit bei Weitem nicht das wert sei, was er dafür haben wollte.

Um mehrere tausend Euro wollten ihn die potenziellen Verkäufer mit einem miesen Trick herunterhandeln. Er fiel nicht darauf ein, sondern schickte sie weg und erstattete Anzeige wegen versuchten Betrugs.

Verkäufer soll Lappen holen

Was war geschehen? Kaum stand der mächtige Geländewagen in einem der einschlägigen Internetportale zum Verkauf, klingelte bei dem Dahler das Telefon: Das Auto sei so gut wie gekauft, man reise jetzt aus Regensburg an und bringe das Geld gleich mit. Tatsächlich standen nach Einbruch der Dunkelheit mehrere Männer vor der Tür, um den Toyota unter die Lupe zu nehmen.

Das Angebot, ihn aus dem dunklen Carport unter eine Lampe an der Fassade des Hauses zu fahren, schlugen die Männer aus. Man wolle nur eben den Ölstand prüfen, teilten die angeblichen Käufer, die alle sehr gut Deutsch sprachen, mit und baten den Dahler darum, dafür „mal eben“ einen Lappen zu holen.

Betrüger nutzen unbeobachtete Zeit

„Dazu war ich zehn, vielleicht 15 Sekunden weg“, erzählt der Verkäufer. Als er wiedergekommen sei, habe es ein großes Hallo gegeben: Man habe Öl im Kühlwasser gefunden, die Zylinderkopfdichtung sei hinüber und womöglich der ganze Motor nicht mehr zu retten, sagten ihm die Männer. Ein Schaden, der in die Tausende gehe, monierten die potenziellen Käufer und zeigten auf ihren Smartphones Internetseiten, auf denen die Reparaturkosten für einen solchen Schaden mit 4000 Euro oder mehr angegeben wurden.

Als der Dahler nicht entsprechend mit dem Preis heruntergehen wollte, wurden die Männer massiv: Er habe einen schweren Sachmangel verschwiegen, jetzt müsse er wenigstens die Kosten für die Anreise übernehmen, meinten sie und verlangten mehrere hundert Euro.

Mann schmeißt Betrüger raus

„Ich bin dann ebenfalls laut geworden und habe sie rausgeworfen“, berichtet der Dahler. Der Besuch in der Werkstatt seines Vertrauens bestätigte seinen Verdacht: Mit Motor und Zylinderkopfdichtung des Autos ist alles in Ordnung.

Die Kaufinteressenten hatten die kurze Abwesenheit des Autobesitzers genutzt, um ein paar Tropfen Öl ins Kühlwasser zu schütten und so einen massiven Schaden vorzutäuschen. Deshalb erstattete der Dahler Anzeige wegen versuchten Betrugs. Der Landcruiser ist inzwischen verkauft – an einen seriösen Gebrauchtwagenhändler aus Duisburg

Auch interessant

Kommentare