Betreuungslücke in den Sommerferien

Viele Eltern engagieren sich stets für den Kindergarten ihrer Kinder.

ALTENA - Dumm gelaufen: Altenas Kindergärten haben sich bei der Festlegung ihrer Sommerpause nicht richtig abgesprochen. Von neun Einrichtungen schließen sieben in der zweiten Hälfte der NRW-Sommerferien. Damit stehen in den letzten drei Ferienwochen nur die Kindergärten Knerling und Freiheit zur Verfügung.

Für Eltern, die darauf angewiesen sind, ihren Jahresurlaub in der ersten Ferienhälfte zu nehmen, kann das problematisch werden – sie wissen ab Mitte August womöglich nicht, wer sich um ihr Kind kümmert. Von einem großen Problem wollte Wolfgang Friess, Fachbereichsleiter Jugend und Soziales in der Stadtverwaltung, gestern aber nicht reden: Bisher habe sich erst eine Familie ans Jugendamt gewendet – und deren beiden Kindern habe man für die fragliche Zeit einen Platz in einer anderen Einrichtung vermitteln können.

„Grundsätzlich besteht da aber Gesprächsbedarf“, kündigte Friess an. Er will erreichen, dass die Kindergärten ihre Schließungszeiten zukünftig auf der Ebene der Familienzentren so koordinieren, dass in der Rahmede, der Innenstadt und im Bereich Dahle/Evingsen/Nettenscheid immer eine Einrichtung geöffnet hat.

Zurückzuführen ist die ungewöhnliche Situation vor allem darauf, dass in diesem Jahr die Schulferien ungewöhnlich spät – nämlich erst am 25. Juli – beginnen, während das offizielle Kindergartenjahr am 31. Juli endet. Das führt dazu, dass es für Kinder, die vom Kindergarten in die Schule wechseln, für den ganzen Monat August keinen Betreuungsvertrag mehr gibt. Trotzdem könnten sie natürlich weiter in den Kindergarten gehen, sagte Friess gestern – die Stadt werde das noch nicht einmal berechnen, weil der Verwaltungsaufwand dafür zu groß sei. „Vielleicht können die Eltern, die das in Anspruch nehmen, ja eine entsprechende Spende an die Einrichtung leisten“, regte der Fachbereichsleiter an.

Grundsätzlich gehe das Jugendamt davon aus, dass Eltern sich bei ihrer Urlaubsplanung an den Öffnungszeiten des von ihrem Kind besuchten Kindergartens orientieren, sagte Friess gestern. Es sei „pädagogisch nicht besonders glücklich“, wenn sie in der Ferienzeit kurzzeitig in einer anderen Einrichtung betreut werden müssten. In der Regel funktioniere das auch, die meisten Eltern hätten Omas, Nachbarn oder andere Helfer zur Überbrückung solcher Zeiten „in der Hinterhand“. Wo das nicht klappt, ist das Jugendamt in der Pflicht – die Stadt muss die Betreuung von Kindern diesen Alters auf jeden Fall sicherstellen. Zur Not müsse man auf Tagesmütter zugreifen, sagte Friess.

von Thomas Bender

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