500 Besucher wollen Greifvögel sehen

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Weißkopf-Seeadler „Alaska“ bringt es auf 2,20 Meter Flügelspannweite. ▪

ALTENA ▪ Ein „Engelchen“ im Burghof hatte sich nicht in der Jahreszeit vertan, sondern gehörte zu den gefiederten „Stars“ der Falknerei Schmidt, die am Sonntag zu Gast in Altena war. Schätzungsweise 500 Besucher lockte bereits die erste von zwei Greifvogel-Flugschauen am Nachmittag auf die Wulfsegge.

Mit dem Kombi-Ticket nutzen viele die Möglichkeit, sich nach der Flugschau noch in den Museen umzuschauen.

Publikumsmagnet waren allerdings ohne Frage die Greifvögel, die von Falkner Marco Wahl mit flotten Sprüchen vorgestellt wurden. Unterstützt von weiteren Falknern animierte er sogar das dicke, faule „Engelchen“, eine schwergewichtige Uhu-Dame, zu einigen Kurzflügen. Vom Handschuh mutiger Besucher flog „Engelchen“ zu einer Kiste, dort wartete stets ein „Leckerchen“.

Den Anfang der Flugshow machte ein junger Sakerfalke, der mit einer Lockschnur „gesichert“ war. „Dieser Jungvogel muss noch den Faustappell lernen, daher trägt der Vogel noch eine Schnur“, erklärte Wahl. Er wies die Zuschauer auch auf den Unterschied in der Flugweise zu dem nächsten Greifvogel, einem afrikanischen Wespenbussard, hin: „Der Falke muss viel mehr mit seinen Schwingen arbeiten, der Bussard dagegen beherrscht den Segelflug. Das ist für ihn viel energiesparender, deshalb kann er so ausdauernd fliegen. Ein Falke braucht nach zwei Jagdflügen etwa 10 Stunden Regeneration.“

Auf die Frage, warum der Bussard nicht die Gelegenheit nutzt und wegfliegt anwortete Wahl: „Auch dieser Vogel nutzt das Hotel Mama

aus. Bei uns in der Falknerei geht es ihm so gut, warum sollte er sich die Mühe machen und selber jagen?“ Nach dem Bussard war dann das vor allem von den vielen Kindern bestaunte „Engelchen“ an der Reihe.

Zu guter Letzt kam dann der „König der Lüfte“ zum Einsatz, „Alaska“, ein Weißkopfseeadler. Mit einer beachtlichen Flügelspannweite von 2,20 Metern rauschte er über die Köpfe der Besucher hinweg und ließ sich anschließend ausgiebig von allen Seiten fotografieren.

Ein besonderes Andenken an die Flugshow nahm Marion Welter aus Lüdenscheid mit nach Hause. Bussard „Medusa“ landete auf ihrem Arm und verlor dabei eine Feder. Die steckte sich der Greifvogelfan ins Haar. „Ich mag diese majestätischen Vögel, wir haben schon mehrere Shows gesehen und die Greife während einer Messe in Dortmund bestaunt.“

Als nächstes ist ein Workshop in der Falknerei von Pierre Schmidt in Erftstadt-Gymnich geplant – und dort ein Wiedersehen mit „Medusa“. ▪ sis

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