Remmel-Besuch am Kohlberg von Protesten begleitet

Besuch im Kohlberghaus stimmt Minister nachdenklich

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Johannes Remmel änderte das Programm seines Besuches auf dem Kohlberg, um sich wenigstens ein paar Minuten lang mit den Argumenten der Windkraftgegner auseinander zu setzen.

Altena - Umweltminister Johannes Remmel hat am Dienstag, 10. Januar,  das Programm eines Besuches auf dem Kohlberg geändert, um sich der Kritik der Windkraftgegner zu stellen.

Bei einem ganz kurzfristig anberaumten Termin im Kohlberghaus diskutierte der grüne Minister unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit dessen Heimleitung und Vertretern der Bürgerinitiative Rettet den Kohlberg. Dabei hätten ihn die Nähe der Pflegeeinrichtung zu den Windrädern und die möglichen Auswirkungen auf die Bewohner „durchaus berührt“, sagte anschließend Dahles Ortsvorsteher Helmar Roder, der wie auch Pastor Uwe Krause an dem Gespräch teilnahm. 

Pastor findet klare Worte

Krause beklagte im Gespräch mit dem Minister, dass die Immissionsschutzgesetze keinen besonderen Schutz solcher Einrichtungen vorsähen. Trotz des Eindrucks, den der Besuch bei den psychisch Kranken auch nach Krauses Beobachtung auf Remmel machte, blieb er anschließend bei einem kurzen Gespräch mit rund 100 auf dem Parkplatz versammelten Windkraftgegnern in der Sache unnachgiebig: Die Ausweisung der Vorrangfläche und die Erteilung der Baugenehmigung seien Sache der daran beteiligten Behörden, dazu gehöre nicht das Umweltministerium. 

Windkraftgegner bereiten Minister frostigen Empfang

Er könne deshalb als Minister gar nicht in das Verfahren eingreifen. Dass eine Task Force seines Hauses an Gesprächen bei der Kreisverwaltung teilnahm, sei rechtlich nicht zu beanstanden. Sie habe nur beraten. Zu weitergehenden Diskussion fehle ihm die Zeit, sagte Remmel mit Hinweis darauf, dass es bei seinem Besuch eigentlich um Kyrill und seine Folgen gehe. Natürlich sei er bereit, bei einem weiteren Termin mit den Dahlern und Evingsern über Windenergie zu reden, sagte er, bevor er in den Wald fuhr, um sich mit Fragen der Wiederaufforstung zu befassen (Bericht auf der Neuenrade-Seite). „Der Mensch spielt keine Rolle mehr“ – dieses bittere Fazit zog Wilfried Bracht nach der Begegnung mit dem Minister.

Mit Füßen getreten

Am Kohlberg werde vorexerziert, wie Windenergie nicht sein solle. Die Interessen der Bürger, des Naturschutzes und des Tourismus würden mit Füßen getreten – „und wer sich dann die Taschen voll macht, das ist unser Nachbar Neuenrade“. Auf diesen Aspekt ging auch Krause ein: In einem Brief, den er dem Minister mitgab, fragte er, ob die Entscheidung auch so gefallen wäre, wenn Dahle 1969 nach Neuenrade und nicht nach Altena eingemeindet worden wäre. Die Baugenehmigung werde jetzt zum Fall für Juristen, sagte Bracht. Die Bürgerinitiative sei bereit, diesen Weg zu gehen. Er rechne damit, dass die SGV-Abteilungen Dahle und Evingsen sich diesem Schritt in den nächsten Tagen anschließen werden.

Lesen Sie dazu auch: Zehn Jahre nach Kyrill: Minister Remmel besucht Neuenrader Stadtwald

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