Besuch beim neuen Werkstatt-Stipendiaten Loic Henri Devaux

Holz soll etwas mitbringen

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Der neue Stipendiat der Werkstatt in seinem Atelier an der Lennestraße.

Altena - So richtig ist Loic Henri Devaux noch gar nicht zum Arbeiten gekommen in der Burgstadt. Er pendelt zwischen Bonn, wo er acht Jahre lang gelebt hat, und dem Sauerland. Die alte Wohnung muss aufgelöst und die neue eingerichtet werden. „Es gibt unheimlich viele Termine im Moment.“ Spätestens im Oktober will der neue Werkstatt-Stipendiat dann aber richtig zur Sache gehen.

So richtig ist Loic Henri Devaux noch gar nicht zum Arbeiten gekommen in der Burgstadt. Er pendelt zwischen Bonn, wo er acht Jahre lang gelebt hat, und dem Sauerland. Die alte Wohnung muss aufgelöst und die neue eingerichtet werden. „Es gibt unheimlich viele Termine im Moment.“ Spätestens im Oktober will der neue Werkstatt-Stipendiat dann aber richtig zur Sache gehen. Mit seinen Skulpturen hatte der gebürtige Südfranzose, Jahrgang 1983, die Mitglieder der Jury überzeugt und sich in einer Endauswahl aus drei Kandidaten durchgesetzt. Seine Materialien sind überwiegend Holz und Stein – und es gibt klare saisonale Präferenzen. „Im Sommer arbeite ich gerne mit Stein, im Winter mit Holz.“ Das hat gute Gründe: Wegen der starken Staubbelastung sei es einfach geboten, nicht in einem Innenraum zu arbeiten. Eigentlich selbstverständlich, dass dabei eine Schutzbrille vor das Gesicht gehört – am besten eine mit Mineralgläsern, die seien aber nicht immer ganz einfach zu bekommen. Was der Betrachter vielleicht nicht erwartet: „Es ist viel schwieriger, Holz zu bearbeiten als Stein“, findet Loic Henri Devaux, „und es dauert länger.“ Was allerdings für jede seiner Arbeiten gilt: Eine Skulptur braucht Zeit.“ Schon jetzt hat der neue Stipendiat in seinem Atelier an der Lennestraße 59 eine ansehnliche Sammlung von Rohmaterial zusammengetragen: Kirschhölzer, Weinrebstöcke oder ein großes und schweres Stück Walnussholz warten darauf, eine neue Gestalt zu bekommen. Wobei Devaux durchaus Wert drauf legt, seine Stücke nicht zu radikal zu verändern. Im Idealfall soll „das Holz schon etwas mitbringen“, was der Künstler dann durch seine Bearbeitung betonen möchte. So wie im Falle eines prächtigen Stücks Mooreiche, das Devaux aus Holland bekommen hat. „Es hat 200 Jahre als Brückenpfeiler im Wasser gestanden“, berichtet der Stipendiat. Das sicherlich 1,80 Meter lange Holz erinnere ihn an weibliche Formen – somit könnte klar sein, wohin die Bearbeitung dereinst gehen könnte. „Ich muss mich von Form und Material inspirieren lassen. Und Humor ist ihm wichtig: So schuf er aus Stein einen „Schweinehasen“ und einen „Gorilla beim Yoga“. Für einen Oldtimer-Liebhaber kreierte er aber auch schon eine ganz individuelle Kühlerfigur – sie schaut, anders als andere, den Fahrer an.

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