Probenauftakt zum inklusiven Musical ist am 13. Januar im Haus Lennestein

Ein ganz besonderes Tanzprojekt

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Olaf Diembeck und Verena Jonescheit werden die Teilnehmer galant durch die Proben führen.

Altena -   Verena Jonescheit und Olaf Diembeck laden zum Vortanzen für Deutschlands größtes inklusives Musicalprojekt. Am 13. Januar sind Bürger mit und ohne Behinderung um 17 Uhr ins Haus Lennestein eingeladen, um die Musik zu „Grand Hotel Vega$“ kennenzulernen. Das Musical wird am 18. September im Essener Colosseum aufgeführt. Hinter dem Projekt stehen die berühmten Profi-Tänzer Patsy und Michael Hull.

Olaf Diembeck sagte sofort zu, als Patsy Hull ihm vom mittlerweile fünften Tanzprojekt dieser Art erzählte. Mit Verena Jonescheit hat er eine ideale Partnerin zur Durchführung der Proben: Sie tanzt bereits seit zehn Jahren in der Tanzschule Diembeck und hat sich im Studium der Sozialen Arbeit mittlerweile Kenntnisse angeeignet, die nützlich sind bei der Bildung einer Musicalgruppe.

Mitmachen darf jeder ab Teenageralter, nach oben ist die Altersgrenze offen. Junge Leute, die an der Schwelle zum Übertritt ins Berufsleben stehen, haben im Rahmen der großen Aufführung in Essen zudem die Möglichkeit, bei einer Jobbörse interessante Kontakte zu knüpfen. Das Gesamtprojekt steht unter dem Hauptmotto „Durch Tanz und Bewegung zum Arbeitsplatz“. Kommunen, Verbände und Arbeitgeber kommen projektbegleitend an einen Tisch, um sich zum Thema Inklusion, Ausbildung und Arbeit auszutauschen.

Die Jobsuche ist allerdings noch kein Thema beim Vortanzen am 13. Januar. Da lernen sich alle Teilnehmer erst kennen und stimmen ab, welcher Probenturnus nötig sein wird, um ein stimmiges Stück zum „Grand Hotel Vega$“ beizutragen. Auch Menschen, die zum Beispiel aufgrund einer starken körperlichen Einschränkung nicht zu choreografischen Höchstleistungen fähig sind, werden ihren Platz auf der Bühne finden. „Patsy Hull hat bei einem ihrer Projekte auch schon eine Frau auf der Bühne integriert, die nur stillstehen konnte“, erklärt Olaf Diembeck. Aus den Schilderungen der Initiatorin weiß er, dass sich tolle Freundschaften während der Proben entwickelt haben. „Es kommen Menschen zusammen, die bislang keinerlei Berührungspunkte miteinander hatten und dann lernen, miteinander zu agieren. Mancher Teilnehmer ist weit über seine eigenen Erwartungen an sich hinaus gewachsen.“

Die Aufführung im Essener Colosseum im September ist nicht der einzige Spielort von „Grand Hotel Vega$“. Es gibt weitere Stationen in Stuttgart, Frankfurt a.M., Bremen, Augsburg, Minden-Lübbecke, Osnabrück, Magdeburg, Hamburg, Bremen und Berlin. Rund um diese Standorte wirken lokale Tanzschulen mit. Die besten Gruppen dürfen an der großen Finalshow teilnehmen, weil für die eine große Anzahl von Mitwirkenden benötigt wird. „Vielleicht schaffen wir’s ja sogar noch bis Berlin“, erklären Verena Jonescheit und Olaf Diembeck lachend.

Dass der Altenaer Beitrag zu „Grand Hotel Vega$“ gut wird, bezweifelt Olaf Diembeck nicht: „Ans Tanzen haben wir noch jeden gekriegt“, berichtet er aus seiner langjährigen Erfahrung als Tanzlehrer. Nach Beendigung der Musicalproben muss sich die Gruppe nicht auflösen. „Wenn alle Spaß haben, können wir als Tanzkreis weitermachen. Und 2016 gibt’s außerdem noch ein Projekt der Geschwister Hull. Weitermachen wird sich also lohnen.“

von Ina Hornemann

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