Fastenzeit beginnt: Wie viel ist genug?

Das 2015er Misereor-Hungertuch schuf der chinesische Künstler Dao Zi.  Foto: Bonnekoh

Altena - Befremdlich fremd: Was ist das? Was hat denn das mit mir zu tun? – Fragen wie diese erwartet auch Pfarrer Ulrich Schmalenbach. Er wird am heutigen Aschermittwoch, 18. Februar, seiner Großgemeinde im -Gottesdienst um 18 Uhr das neue Misereor-Hungertuch erstmals präsentieren.

Es ist ein Werk des chinesischen Künstlers Dao Zi und er nennt es schlicht: „Reduktion auf das Wesentliche“.

Wenn am 18. Februar 2015 die Fastenzeit beginnt, werden sie die katholischen und evangelischen Christen unterschiedlich aber durchweg besonders begehen. In der evangelischen Gemeinde Altena „wird die Liturgie entsprechend gestaltet. Die Leute merken das schon“, sagt Pfarrer Dr. Dietmar Kehlbreier und meint damit das Wegfallen des Halleluja, des Großen Gloriagesanges oder das Fehlen des Psalmengesanges kurz vor Ostern. Gleichwohl: „Auf eine besondere Fastenaktion haben wir verzichtet.“

Die gibt es aber in Dahle, wo heute, 18. Februar, um 19.30 Uhr Gottesdienst gehalten wird. Pfarrer Uwe Krause wird dabei ein Passionsbild von Gretel Eisch interpretieren. Dieser Gottesdienst leitet damit über zu den letzten Aktionen im Rahmen der Eisch-Bilderausstellung in der Dahler-Kirche mit Arche-Bildern. Sie wird Sonntag, 22. Februar, mit einer Finissage um 18 Uhr beschlossen.

Pfarrer Ulrich Schmalenbach hat für den 1. Fastensonntag (22. Februar) Pater Josef Prinz OSFS, Mühlheim, für den zweiten Sonntag (1. März) Domkapitular Msgr. Dr. Michael Dörnemann, Essen und für das 4. Fastenwochenende (15. März) Kreisdechant Patrick Schnell jeweils in den Sonntagsgottesdiensten um 10.45 Uhr als Fastenprediger gewinnen können.

Schmalenbach erhofft sich „interessierte Personen, die Themen wie ,Was sagt uns Franz von Sales?’ oder ,Die Unbegreiflichkeit Gottes’ sowie ,Aus Gnade seid ihr gerettet’, hören wollen.“

Er selber habe „keine Probleme, seine Kanzel zu verlassen, um andere zu Wort kommen zu lassen.“ In der sechswöchigen Fastenzeit sieht der Seelsorger viele Chancen auf Erneuerung des persönlichen Glaubens. Da passe auch die Misereorstraßenaktion (19. März) und der Misereorsonntag (22. März) besonders hinein. Schmalenbach stellt im Einklang mit der Bildbeschreibung des Dao Zi-Hungertuches fest, nicht jeder Tag der Fastenzeit sei eine Gelegenheit, die Fähigkeiten zu schulen, die für ein gelingendes Leben notwendig seien. In den Gedanken zum Bild heißt es unter anderem: „Gehetzt, immer zu spät dran, atemlos. Wie viel ist genug? Wir sollten uns fragen, was brauchen wir? Was macht das gute Leben aus?“ 

von Johannes Bonnekoh

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