Besondere Malaktion der Stadt: 13-Jähriger gibt Heimatgefühl ein Gesicht

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Voll motiviert fürs Heimat-Malprojekt: Gerrit Kolar (13) hat die Idee für sein Bild schon im Kopf. Nun fertigt er eine erste Skizze an. Es wird nicht sein erstes Kunstwerk, er besucht auch Malkurse.

Altena – Was bedeutet heimat? Das will die Stadt bei einer Malaktion wissen. Gerrit Kolar (13) hat darauf eine besondere Antwort.

Malen und Zeichnen ist eines von Gerrit Kolars Hobbys. Anders als beim Tischtennis spielen, Fahrrad fahren oder Trommeln im Spielmannszug Rahmede, kann er beim Zeichnen entspannen und zur Ruhe kommen. „Und es macht sehr viel Spaß“, sagt der 13-Jährige. 

Deshalb brauchte er auch nicht lange zu überlegen, als er vom Heimat-Malprojekt der Stadt Altena erfuhr, sondern meldete sich sofort an. „Das Thema Heimat hat mich sehr interessiert“, sagt der junge Künstler. 

Ort, wo Familie und Freunde sind

Als erstes habe er bei dem Begriff Heimat an das Haus gedacht, in dem er mit seiner Familie in Altena lebt. „Aber was ist ein Haus für mich, wenn man alleine lebt?“, fragte er sich dann und erklärt: „Für mich hat Heimat weniger mit einem Ort als mit einem Gefühl zu tun. Heimat ist für mich da, wo meine Familie und wo meine Freunde sind. Ein Ort, an dem ich mich sicher fühle und nicht alleine bin.“ 

Das sei für ihn Altena, die Natur, die Bäume im Wald. Heimat könnte für ihn aber auch eine andere Stadt oder ein anderes Land sein. „Hauptsache zusammen und nie alleine.“ Ein Haus hätte dieses Gefühl also nicht ausgedrückt – und so entstand Gerrits Idee für ein anderes Motiv: die Erde. 

Im Familienurlaub in Italien oder bei den Großeltern in Spanien sei es nämlich auch sehr schön. „Irgendwann, wenn ich älter bin, könnte ich mir auch vorstellen, woanders zu leben, vielleicht nicht in einem anderen Land, aber woanders in Deutschland. Nur jetzt will ich erst einmal nicht aus Altena weg“, sagt Gerrit. 

Weltkugel mit Herz

Doch nicht nur die Weltkugel möchte er für das Projekt malen. „Zu der Erde kommen noch Menschen, vielleicht ein Herz drumherum und ein kleines Extra, das ich aber noch nicht verraten will“, schildert Gerrit, wie er sich sein Bild vorstellt. 

Denn begonnen hat er noch nicht mit seinem Werk. Zuerst einmal ist die Idee gereift, nun will er als nächstes eine Skizze anfertigen. Dafür hat er extra ein Skizzenbuch. 

Erfahren hatte er von dem Heimat-Malprojekt von einer Lehrerin, die die Nachricht auf der Seite des Burggymnasiums veröffentlicht hatte, das Gerrit besucht. 

Ursula „Ülle“ Buschmann, bei der er anschließend das Starterpaket für das Projekt abholte, war auch keine Unbekannte für ihn. 

Im Gegenteil: Vor dem Ausbruch von Corona nahm er alle zwei Wochen an ihren Malkursen teil. Während er Zuhause mehr mit Bleistift zeichnet, malte er im Kurs, der nun wieder begonnen hat, viel mit Acryl und Öl oder verwendete Kohle. Der Hoffnung Ülles, die Kurse wieder früher anzubieten, hatte die Stadt eine klare Absage erteilt. 

Konkurrenz aus der eigenen Klasse

Der jüngste Teilnehmer ist Gerrit aber nicht beim Projekt. Das ist eine Klassenkameradin, die mit ihm nach den Sommerferien gemeinsam die achte Jahrgangsstufe am BGA besuchen wird. 

Auf ihres und die Werke der anderen Teilnehmer ist Gerrit sehr gespannt. „Mich interessiert, wie sie das Thema Heimat darstellen. Ich bin gespannt, ihre Bilder bei der Ausstellung im Herbst zu sehen“, sagt der 13-Jährige. Und natürlich möchte er auch gerne wissen, was die anderen Teilnehmer über seine Vorstellung von Heimat denken.

Das Malprojekt:

Jeder kann beim Heimat-Malprojekt mitmachen. Das Thema lautet „Wie sehe ich Heimat?“ In der Coronazeit habe für viele Menschen die eigene Heimat, das eigene Zuhause nochmal eine andere Bedeutung bekommen. 

„Wir wollen die Menschen in Altena einladen, sich in Heimarbeit, also bei sich Zuhause, mit dem Thema Heimat auseinanderzusetzen und auf kreative Weise in ein Bild zu bringen“, heißt es in der Einladung der Stadt. 

So kann man mitmachen: Eine Grundausstattung an Materialien (Leinwand, Farben, Pinsel) wird bei Bedarf zur Verfügung gestellt. Dazu ist eine kurze Bewerbung per E-Mail nötig. Die Bewerber müssen darin erklären, warum sie mitmachen möchten. Materialien, die nach Projektende übrig sind, werden an ein Kunstprojekt gespendet. 

Wer bereits über Material verfügt, kann ebenfalls teilnehmen. Die einzige Voraussetzung ist, dass das Kunstwerk auf Leinwand gemalt wird. Auch dann ist eine Anmeldung per E-Mail nötig. 

Bewerbungen, Anmeldungen und Rückfragen nehmen Anette Wesemann unter Tel. 02352/209218 oder per E-Mail an a.wesemann@altena.de oder Dany Becker, 02352/209225, E-Mail: d.becker@altena.de, entgegen. Die Kunstwerke müssen bis zum 15. September fertig gestellt werden. Sie sollen im Herbst – voraussichtlich im Oktober – in einer Ausstellung am Lenneufer präsentiert werden. Damit die Organisatoren mit den Teilnehmern in Kontakt treten können, ist es wichtig, Kontaktdaten bei der Bewerbung zu hinterlassen.

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