Es bleibt in der Familie

Haus Pilling in der Nette: Ältestes Gasthaus im MK unter neuer Führung

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Patrick Hochstein (24) und Marie Kebernick (23)übernehmen das Gasthaus von Franz-Georg Brillert (70).

Altena – Das älteste Gasthaus im Kreis hat einen neuen Besitzer: Es bleibt aber in der Familie - und bietet die eine Spezialität weiterhin an, für die es so bekannt ist.

Das älteste Gasthaus in Altena und im Märkischen Kreis, das Haus Pilling in der Nette, steht unter neuer Leitung. Patrick Hochstein (24) führt es nun mit seiner Lebensgefährtin Marie Kebernick (23) und setzt damit die Familientradition nahtlos fort. 

Es gibt nicht viele vergleichbare Häuser, die sich rühmen können, seit 1724 ein Stück Orts- und vielleicht sogar Heimatgeschichte zu sein. Beamtenstatus für Gasthaus aufgegeben 1996 fassten Renate (65) und Franz-Georg Brillert (70) durch Kontakte zum damaligen Chef der Iserlohner Brauerei, Dr. Alfons Meier, den Mut, sich dort als Wirtsleute selbstständig zu machen. 

Viel erlebt am Zapfhahn

Durchaus ein Wagnis, denn Franz-Georg Brillert arbeitete damals bereits Jahrzehnte als Justizwachtmeister mit Beamtenstatus. „Nein, wir haben es nie bereut“, sagt der heute 70-Jährige. „Ich könnte Bücher schreiben, hunderte Seiten füllen über das, was meine Frau und ich in der Gaststube erlebt haben.“ 

Sich vom Zapfhahn zu trennen – die Küche war das Wirkungsfeld seiner Frau – fällt Franz Georg Brillert aber nicht schwer. Er weiß den Gasthof in guten Händen. „Patrick hat Koch gelernt und in Häusern wie Holzrichter oder auf der Burg ebenso gearbeitet wie viele Jahre in namhaften Hotels an der Nordseeküste.“ 

Klassiker bleiben auf der Speisekarte

Gäste müssten, so sagen es Großvater und Enkel übereinstimmend, keine Sorge haben, dass es einschneidende Veränderungen geben wird. Patrick Hochstein betont: „Wir bieten auch weiterhin Gerichte wie gebratene Leber oder dicke Bohnen an.“ 

Und natürlich die Spezialität des Hauses, die wohl jeder Altenaer schon einmal bei den Brillerts gekostet hat: Original Altenaer Potthucke. Das neue Wirtepaar arbeitet bereits einige Jahre mit in dem schmucken alten Haus mit den meterdicken Wänden aus schwerem Bruchstein. 

Das Bürgerlokal ist seit jeher Stammgaststätte zahlreicher Vereine, Stammtische und der Altenaer Drahtzieher-Gilde. „Unser Patrick hat schon mit vier Jahren der Oma in der Küche beim Kartoffelschälen geholfen. Weil seine Familie gleich gegenüber wohnt, kann er deren Dienste sicherlich auch kurzfristig anfordern“, sagt Franz-Georg Brillert und ist nicht bang, wenn es einmal einen besonders großen Gästeandrang geben sollte. 

Säle, Biergarten und Partyservice 

286 Quadratmeter Nutzfläche hat das Haus. Neben der Gaststube gibt es einen großen Saal im Obergeschoss und einen kleinen Saal im Parterre. Zwei Wohnungen gehören zum Bruchsteinhaus und ein Biergarten. Patrick Hochstein setzt neben der Führung der Gaststätte geschäftlich zusätzlich auf einen von Ulrich Hücking übernommen Partyservice. So vermietet er Fest- und Feierräume in einer Partystube an der Lindenstraße und bietet auch Catering an.

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