SPD-Spitze will erst mehr Fakten

Das Bonner Gutachten sieht die Aufgabe des Schulstandorts Evingsen vor. Die SPD will mehr Informationen.

ALTENA ▪ Nach der Initiative der übrigen Ratsfraktionen zur Herbeiführung eines Bürgerentscheids über die künftige Grundschullandschaft gibt sich die SPD noch zurückhaltend. Das zeigten gestern Reaktionen der Fraktions- und der Parteispitze.

Die Partei befinde sich noch „in ergebnisoffenen Diskussionen“, so die Fraktionsvorsitzende Irmgard Ibrom. Das vorgelegte Gutachten biete Raum für Fragen, und die sollten noch beantwortet werden.

Bei der Frage einer möglichen Standortschließung sei die Argumentationskette „nicht schlüssig und Einsparpotentiale der einzelnen Standorte sind nicht im Detail bekannt“, zeigen sich die Fraktionsvorsitzende und Parteichef Lutz Vormann einer Meinung.

Die mögliche Schließung einer Grundschule könne für den betroffen Stadtteil erhebliche Folgen haben und sollte nicht über das Knie gebrochen werden. „Erst bei Beleuchtung aller Kriterien kann hier eine vernünftige Entscheidung im Sinne aller Bürger der Stadt getroffen werden“, so Irmgard Ibrom. Dem Weg über einen Bürgerentscheid stehen die Sozialdemokraten im Übrigen auch kritisch gegenüber: „Inwieweit es sinnvoll ist, diese emotionale Entscheidung durch Bürgerentscheid abstimmen zu lassen, sei mal dahin gestellt“, meint Ibrom. Lutz Vormann dachte gar laut darüber nach, „ob hier der Schwarze Peter an die Eltern weitergereicht werden soll.“ Klar sei einerseits, dass die Eltern Verlässlichkeit und Sicherheit brauchen – ebenso klar sei aber auch, dass die Kommune eine mittel- und langfristige Lösung brauche, „die Bestand hat“, sagte Lutz Vormann für den Ortsverein.

Das Thema wird die Sozialdemokraten nun natürlich weiter beschäftigen. Für die 28. Oktober, also kommenden Montag, ist eine Sitzung der Fraktion anberaumt, in der es natürlich um das Thema Zukunft der Schullandschaft gehen wird.

CDU, FDP, Gründe und SDA hatten am Freitag angekündigt, die Entscheidung über die Schulzukunft am Tag der Kommunalwahl mit einem Bürgerentscheid treffen zu lassen. Die Parteien schlossen sich der Empfehlung der Gutachter vom Büro Biregio an, die letztlich in einer Aufgabe des Standortes Evingsen münden. ▪ Von Thomas Keim

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