Beschämend: Kaum Sternsinger zu finden

Sternsinger helfen Kindern - dabei sind sie in der Regel selbst noch Kinder. Ein toller Friedensdienst.

ALTENA - Wer die Sternsinger am kommenden Wochenende des Dreikönigssingens bei sich empfangen möchte, muss schon Geduld aufbringen und hoffen, dass die „kleinen Könige“ überhaupt kommen. Erstmals seit Jahren hat nämlich Jennifer Büth „massive Personalprobleme.“

Bis Mittwoch, 2. Januar 2013, so sagte die junge Frau, die in der katholischen St. Matthäus-Gemeinde die Aktion seit vielen Jahren betreut, „habe ich nur zehn Kinder, die bereit sind, von Haus zu Haus zu ziehen.“ Sie werde versuchen, ihr „singendes Personal“ noch durch „den ein oder anderen Anruf aufzustocken, aber leider muss ich sagen: Es ist beschämend.“

Dabei ist es auch in Altena seit jeher ein guter Brauch: Kinder ziehen rund um den 6. Januar, dem Festtag der Heiligen Drei Könige, von Tür zu Tür und erbitten nach dem Vortragen des Sternsingerliedes eine Spende für Kinderprojekte. Danach schreiben sie mit gesegneter Kreide die Buchstaben C + M + B für den Segensspruch „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus – an die Türen.

„Wir werden am Freitag starten und zunächst das Krankenhaus und dann die angrenzende Innenstadt besuchen. Was wir dann am Samstag und Sonntag mit den Kindern noch schaffen, kann ich heute noch nicht sagen“, so Jennifer Büth.

Ihr ist deshalb die Idee gekommen, das in der kommenden Woche „Erwachsene in die Rolle der Könige schlüpfen.“ Die sollten dann vorzugsweise in Gaststätten vorbei schauen, „um vielleicht doch noch den ein oder anderen Spenden-Euro zu sammeln“, sagt die junge Frau.

Caspar, Melchior und Balthasar sammeln in diesem Jahr für ein Gesundheitsprojekt in Tansania und weltweit. Längs ist es am Ort üblich, dass Kinder aller Konfessionen in die Gewänder und Kostüme schlüpfen. Der Kostümfundus in St. Matthäus ist groß genug. „Wir haben ja auch noch Kleider aus der aufgegebenen St. Thomas Morus-Kirche“, sagt Jennifer Büth.

Den goldenen Kopfschmuck, den die kleinen Sängerinnen und Sänger tragen, haben sie übrigens kürzlich wieder „frisch“ im Pfarrheim der Gemeinde gebastelt. Und für ganz aufgeregte Sternsinger ist das Lied der kleinen Könige noch einmal hinter einem Holzstern aufgeklebt, den einer der drei Königs-Darsteller mit sich führt. Pfarrer Ulrich Schmalenbach und sein Helferteam appellieren jetzt an alle Altenaer, die Kinder freundlich zu empfangen und ihnen nicht einfach die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Denn neben dem Spendengeld, das wie gesagt in viele Teile der Welt geht, ist es auch Brauch, die Kinder mit Süßigkeiten für ihren Dienst an Gleichaltrigen zu belohnen.

„Da muss ich sagen: Die Altenaer haben immer reichlich gegeben. Da kommt dann schon so viel zusammen, dass wir sechs, sieben große Pakete voll noch zum Johannes-Busch-Haus in Lüdenscheid bringen können. „Die Kinder teilen gerne“, sagt Jennifer Büth. Wer noch mitmachen sich kurzfristig einen Ruck geben will, ist ihr herzlich willkommen.

Kontaktaufnahme am besten per Telefon unter Ruf: 02352/2 34 33.

von Johannes Bonnekoh

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