Schulschließung: Scharfer Protest der JU

Der Kreisschulausschuss hat die Schließung des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs in Altena beschlossen. Dagegen formiert sich jetzt Widerstand.

ALTENA -   Der Schulstandort Altena des Eugen-Schmalenbach-Berufskollegs ist demnächst Geschichte. Der Schul- und Sportausschuss beschloss, wie bereits berichtet, die dort angebotenen Bildungsgänge nach Halver-Ostendorf zu verlagern.

Betroffen von der Verlegung wären die Bildungsgänge Einzelhandelskaufmann/-frau, Industrie-kaufmann/-frau, die einjährige Berufsfachschule mit Fachoberschul-Reife, Höhere Handelsschule, Berufsgrundschuljahr sowie Allgemeine Hochschulreife BWL. Diese Bildungsgänge besuchen aktuell 472 Schülerinnen und Schüler – die selben Bildungsgänge nutzen in Halver-Ostendorf noch einmal 976 Jugendliche. Diese Zahlen gehen aus der Verwaltungsvorlage für die Sitzung hervor. Fachbereichsleiter Eckehard Beck brachte die aktuellsten Anmeldezahlen für das Berufskolleg in Halver-Ostendorf mit in die Sitzung. „Im Oktober waren es 2.030, 60 weniger als bisher.“

Die Schulverwaltung konnte den Auschussmitgliedern ebenfalls mitteilen, dass die angehörten 122 Industrie- und Handelsbetriebe sowie die SIHK und der Arbeitgeberverband eine Zusammenlegung der Bildungsgänge in Halver als unkritisch betrachten. Die Raumkapazität in Ostendorf reiche aus, Nachteile für den Unterricht seien nicht zu erwarten. Im Gegenteil, eine Zentralisierung der Bildungsgänge am Schulstandort Halver führe vorrangig sogar zu einer Verbesserung der Ausbildung im Hinblick auf die Qualität und Quantität. Nach derzeitigem Stand ergebe sich für den Kreis zudem eine Kosteneinsparung in Höhe von 100 000 Euro jährlich. Alle Schülerinnen und Schüler, die zurzeit in Altena unterrichtet werden, können dort ihre Ausbildung planmäßig abschließen. Für die Folgenutzung des Schulgebäudes soll ein Gesamtkonzept erarbeitet werden.

Beschlossen wurde die Schließung mit den Stimmen von SPD und CDU – letztere allerdings hat damit den Unmut ihrer eigenen Jugendorganisation hervorgerufen. In einem offenen Brief kritisieren die Vorsitzenden der Jungen Union aus Altena, Neuenrade und Plettenberg den Beschluss scharf. Er stelle eine gravierende Benachteiligung der Schüler aus dem Lennetal dar, weil der Schulstandort in Ostendorf für sie mit der MVG nur schlecht zu erreichen sei. Tatsächlich brauchen die Busse vom Markaner nach Ostendorf rund 45 Minuten.

Auch die heimischen Unternehmen seien auf eine ortsnahe Beschulung ihrer Auszubildenden angewiesen, schreiben Nils Radix (Altena), Julius Klinke (Neuenrade) und Markus Schüttler (Plettenberg). Sie rechnen mit einem Rückgang der Ausbildungsbereitschaft der Betriebe.   -  pmk/ben.-

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