Berufskolleg in Altena: Abriss hat begonnen - alle Fotos hier

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Der Abriss des Berufskollegs hat begonnen.

Altena - Das frühere Eugen-Schmalenbach-Kolleg wird nun abgerissen. Bis April soll das erledigt sein. Dabei gibt es eine gute Nachricht für Anwohner.

 War bisher die Rede von erheblichem Lkw-Verkehr zum Abtransport von Schutt, so sieht das jetzt anders aus: „Das Abrissmaterial soll nach Möglichkeit komplett eingebaut werden. Also gibt es keinen Abtransport“, sagt Ilona Gruß, Architektin in Diensten des Gebäudemanagements beim Märkischen Kreis. 

Die Abrissarbeiten sollen bis Anfang April erledigt sein sollen, nach Ostern sollen die Erdarbeiten für das neue Kreisarchiv beginnen. Das soll im August 2021 fertig sein, sagt Hendrik Klein, Pressesprecher des Märkischen Kreises. Der erste Bagger war am Montagnachmittag angerückt und nahm sich im nördlichen Teil des Klassentraktes das Eingangsportal vor. 

Material wird wiederverwendet

„Das Gebäude ist jetzt entkernt“, berichtet Ilona Gruß. Das bedeutet: „Alles, was lose ist, ist raus.“ Das Dach sei zudem abgedeckt, also Schweißbahnen, Dämmungen und Folien entfernt worden. 

Michail Anastasiou, Polier beim Abbruch-Unternehmen Ranft aus Hagen, hatte den Prozess bei einem Besuch auf der Baustelle so beschrieben: „Es geht darum, möglichst viel Material wiederzuverwerten.“ Rückbau bedeute, das Gebäude so weit wie möglich in den Zustand eines Rohbaus zurückzuversetzen. Das ist zum größten Teil geschehen.

Altes Berufskolleg: Abriss hat begonnen

 Ein näherer Blick auf die Fassade zeigt aber, dass noch eine beträchtliche Anzahl von Fenstern eingebaut ist. „Die Holzfenster sind bereits herausgenommen worden“, erläutert Ursula Erkens, ebenfalls Pressesprecherin des Märkischen Kreises. Die Kunststofffenster hingegen „müssen noch entfernt werden“. 

Schulberatungsstelle weiterhin in Altena

Das Gebäude war nicht nur Sitz der Kaufmännischen Schulen des Märkischen Kreises, sondern auch der Schulberatungsstelle. Sie befindet sich jetzt im Medienzentrum des Märkischen Kreises an der Freiheitstraße. 

Die Beratungsstelle richtet sich an Lehrer und weitere Verantwortliche der Schulen und widmet sich unter anderem der Krisenintervention. An der Bismarckstraße ist derweil der Abriss angelaufen: „Das ist weder zu übersehen noch zu überhören“, sagt Ilona Gruß. 

Denn es geht um einen umbauten Raum von 27 000 Kubikmetern, der dem Erdboden gleich gemacht wird. Der Haupttrakt mit den Klassenräumen ist 75 Meter lang, es gibt einen Zwischentrakt von 35 Metern und einen Verwaltungstrakt von 23 Metern Länge. Die Gebäude sind bis zu 18,5 Meter hoch. Errichtet wurden sie 1960. 

10.000 Tonnen Bauschutt

Von den Mauern wird übrigens fast alles abgetragen, bleibt aber nach einem Durchlauf durch den Schredder vor Ort. Das Material werde zum Auffüllen des Geländes benutzt, um eine ebene Fläche zu erhalten, erläutert die Architektin. Die alte Pfahlgründung soll für das neue Gebäude wieder verwendet werden. Trotzdem wirbelt der Abriss natürlich eine Menge Staub auf. 

Auch viele Fahrzeuge sind dafür an der Bismarckstraße unterwegs. Doch die Belastungen sind geringer als erwartet: So waren bei einer Anwohnerversammlung im April 2019 durch die Abrissplaner Zahlen genannt worden, die die Anwohner besorgt machten: Es ging damals um rund 10 000 Tonnen Bauschutt, die abgefahren werden müssen, das entspreche 400 Lkw-Ladungen. 

Kosten von rund sechs Millionen Euro

Dieser Kelch scheint nun an den Anwohnern vorüber zu gehen. Die Gesamtkosten für Abriss mit anschließendem Neubau des Kreisarchivs auf dem Areal des Berufskollegs beziffert der Kreis aktuell auf eine Summe von rund sechs Millionen Euro. 

Der Kreistag hatte 2013 beschlossen, die Schule zum Schuljahr 2016/17 zu schließen. Auch Proteste und 1500 Unterschriften halfen nicht. Der Betrieb wird heute in Halver-Ostendorf fortgesetzt.

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