Bernsau macht‘s möglich: Frisches aus dem Internet

ALTENA ▪ Ob Schuhe, Kleider oder Bücher – im absoluten Trend liegen Einkäufe im Internet. Und das nicht nur bei Konsumgütern, sondern zunehmend auch bei Lebensmitteln. Diese Entwicklung will Lutz Bernsau sich und anderen jetzt zu Nutzen machen: Seit ein paar Tagen ist das Hofladen-Portal online.

Frische Produkte aus

ganz Deutschland

„Das Hofladen-Portal bietet allen Menschen die Möglichkeit, unkompliziert Produkte aus allen Regionen Deutschlands direkt vom Erzeuger zu erwerben“, erklärt Bernsau, der diese Plattform mit seinem Team im vergangenen dreiviertel Jahr entwickelt hat. Viel Recherche und etliche Untersuchungen waren dafür nötig. Jeder, der jetzt beim Hofladen-Portal zu finden ist, wurde besucht und portraitiert. „Der Verbraucher kann genau zurückverfolgen, woher das Produkt kommt und wer sich dahinter verbirgt“, so die Idee.

Zwei große Suchmaschinen erleichtern das Einkaufen. Der Verbraucher kann entweder gezielt nach Produkten suchen oder gezielt nach Erzeugern. „Wenn jemand zum Beispiel im Urlaub in einem Hofladen einen leckeren Käse gekauft hat, dann kann er den bei uns wiederfinden und einfach online zu sich nach Hause bestellen.“ Mit im Boot ist das Logistikunternehmen DHL, das für das Hofladen-Portal einen neue Informationstechnik (IT) entwickelte. „Es gibt nur einen Transportweg, keine Zwischenlager, keine Kühlhäuser. Das Produkt geht von dort, wo es wächst, direkt zum Kunden“, erklärt Portal-Redakteurin Lisa Brühl das System. Macht der Verbraucher im Internet eine Bestellung, bekommt der betroffene Hofladen automatisch eine E-Mail, nimmt die Ware dann aus dem Regal und packt sie ein. Das Logistikunternehmen bekommt ebenfalls eine E-Mail, schickt einen Fahrer zum Hofladen, um die Ware abzuholen und zum Kunden zu bringen. „Auch in den endlegendsten Winkel“, schmunzelt Lisa Brühl.

Verzahnung mit

Logistik-Unternehmen

Bis jetzt hat Bernsaus Team 110 Hofläden im Portal aufgenommen – rund 2500 Produkte stehen momentan zur Auswahl. „Das reicht von der Marmelade über die Currywurst im Glas, hin zu Straußensülze oder Kranich Schiet (Kräuterlikör aus Brandenburg)“, so Bernsau. Jeden Tag kämen neue Produkte und neue Höfe dazu – „Ende des Jahres wollen wir 300 Hofläden zählen, Ende 2012 sollen es 3000 sein“. Um diese Ziele zu ereichen, hat Bernsau sein Team auf mittlerweile 30 Fachkräfte aufgestockt und ein zusätzliches Büro in Dortmund eingerichtet. „Dort haben wir auch die besten technischen Voraussetzungen“, macht der Designer und Künstler auf den Internet-Missstand im Gewebepark Rosmart aufmerksam. „Mit einer 1000er Leitung können wir gar nichts machen.“ Bernsau hofft, dass sich das bald ändern wird. Denn am Hof Bredde als Standort für das Hofladen-Portal will er auf jeden Fall festhalten. Im Nebengebäude entstehen derzeit neue Büroflächen. „Das sind gewachsene Strukturen, die hinter dem Projekt stehen.“

Bundesweit hat der Unternehmer zehn Vertriebsleute entsendet, die Regionalvertretungen aufbauen. „Denn auch die Betreuung der Hofläden vor Ort ist uns sehr wichtig .“ Für die Aufnahme in den Onlineshop mit Präsentation des Betriebes und Erstellen des Angebotes entstehen dem Hofladenbesitzer noch keine Kosten. „Die entstehen erst, wenn ein Produkt verkauft ist“, verdeutlicht Rudolf G. Maskus vom Vertrieb, und zwar jeweils 17 Prozent Provision.

„Das Ganze ist ausbaufähig“, sagt Bernsau. So kann nicht nur der Otto-Normalverbraucher im Hofladen-Portal einkaufen – für die Profis, die Gastronomen gibt es einen eigenen Bereich. „Die haben ja andere Bedürfnisse, fragen andere Mengen ab.“ Im Portal entstünden Dialoge zwischen Käufern und Produzenten. „So nach dem Motto ‘Bauer sucht Koch – Erzeuger sucht Weiterverarbeiter’“, beschreibt Lisa Brühl. Auch zwischen den Landwirten würden Netzwerke entstehen. „Zum Beispiel suchte ein Bauer einen Interessenten für seine Sanddornhecke, weil er selbst die Ernte nicht mehr verarbeiten konnte.“

Und auch für Kinder bietet das Portal einen Bereich an: „Dort lernen die Kids alles rund ums Leben auf dem Land“, freut sich Bernsau.

Von Ilka Kremer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare