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Private Betreiber retten Tagungsstätte im MK 

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Von: Janine Tokarski

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Die Tagungsstätte hat ab 2022 einen neuen Betreiber.
Die Tagungsstätte hat ab 2022 einen neuen Betreiber. © Spies

Die Freikirche der Adventisten will eine Tagungs- und Freizeitstätte im MK aufgeben. Nun retten drei Männer das beliebte Heim.

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten wird sich zum Jahresende 2021 als Betreiber des Bergheims in Altena zurückziehen. Hohe Auflagen beim Brandschutz und fehlende Einnahmen durch die Corona-Pandemie hätten zur Entscheidung der Adventisten geführt, die Freizeit- und Tagesstätte zu schließen, sagt Judith Krätzig, die das Heim mit ihrem Mann Marc leitet.

Drei Männer aus dem Umfeld der Freikirche wollten die Schließung des Heims aber unbedingt verhindern. Und so gründeten Reinhard Fuchs, der das Bergheim vor den Krätzigs 36 Jahre lang leitete, Bernd Lasarzewski aus Lüdenscheid und Bernhard Boms aus Duisburg eine private Betreibergesellschaft, die das Bergheim ab 2022 weiterführen wird.

Personal wird reduziert

„Sie kennen das Bergheim schon aus Kindertagen und haben es mitaufgebaut“, weiß Judith Krätzig. „Nun wollen sie es für die nächsten Generationen erhalten und ihnen dort weiterhin Freizeiten ermöglichen.“ Wie bereits die Adventisten sind auch die neuen Träger dafür auf Spenden angewiesen.

„Für die Gäste wird sich nicht viel ändern“, betont die Heimleiterin. Die Freizeitstätte mit insgesamt 104 Betten soll im Sinne der Freikirche weitergeführt werden. Nur das Personal muss aus finanziellen Gründen reduziert werden – von aktuell zehn Mitarbeitenden auf fünf bis sechs Kräfte.

Große Pflanzaktion mit 80 Helfern

Am Bergheim haben nun 80 Freiwillige, darunter 60 Jugendliche, zusammen mit dem Heimleiter-Ehepaar einen Hang bepflanzt. „Innerhalb von zwei Wochen waren alle Fichten tot“, erinnert sich Marc Krätzig, der die vom Borkenkäfer befallenen großen, alten Bäume im Vorjahr mit befreundeten Pfadfindern fällen musste. „Wir mussten die abgefallenen Nadeln mit Schneeschiebern entfernen“, erzählt er. „So etwas habe ich noch nie gesehen.“ Von den 35 hochgewachsenen Fichten, die im Oktober 2020 gefällt werden mussten, sind nur noch Stümpfe zu sehen.

Fleißige Pflanzhelfer: Jugendliche, die im Rahmen einer Freizeit der Siebenten-Tags-Adventisten im Bergheim übernachteten, packten mit an und bepflanzten den Hang neu.
Fleißige Pflanzhelfer: Jugendliche, die im Rahmen einer Freizeit der Siebenten-Tags-Adventisten im Bergheim übernachteten, packten mit an und bepflanzten den Hang neu. © Monika Salzmann

Damit das Bild rund um das Bergheim nicht ganz so traurig bleibt, hat der Heimleiter in einem ersten Schritt Figuren aus den Baumstümpfen geschnitzt. Um das ungebremst wuchernde Unkraut auf dem steilen Hang am Parkplatz der Einrichtung einzudämmen, verteilte das Ehepaar mit Unterstützung von Ein-Euro-Jobbern Rindenmulch. Detlef Schön, ein Pfadfinder-Freund aus Würzburg, brachte Krätzig dann auf die Idee, den Hang neu zu bepflanzen und zu befestigen, und versprach: „Egal, wie viele Pflanzen du kaufst, ich bezahle dir die Hälfte.“

Anlaufpunkt für Gruppen aus ganz NRW

Der gebürtige Bonner, der gelernter Koch ist und in der gehobenen Gastronomie gearbeitet hat, nahm ihn beim Wort. Für die Pflanzaktion schafften die Krätzigs 1500 Kriechmispel-Pflanzen – immergrüne, winterharte Bodendecker – an, die anspruchslos sind und auf nahezu jedem Boden gedeihen. Mit rosafarbenen oder weißen Blüten im Mai/Juni bieten die Pflanzen obendrein im Frühjahr ein hübsches Bild.

Judith und Marc Krätzig, Leiter des Bergheims in Altena
Judith und Marc Krätzig, Leiter des Bergheims in Altena © Monika Salzmann

Hilfe erhielten die Heimleiter von Jugendlichen einer Freizeit der Siebenten-Tags-Adventisten, die sich für die Pflanzaktion begeistern ließen. Mit eigens mitgebrachten Pflanzkellen machten sich die Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren, die aus ganz Nordrhein-Westfalen zur Freizeit im Bergheim zusammenkamen, tatkräftig ans Werk, die Pflanzen in die Erde zu bringen. Auf dem steilen Hang kein leichtes Unterfangen. Alle zwei bis drei Monate sollen sie nun Fotos vom Hang erhalten, damit sie verfolgen können, wie sich ihre Arbeit entwickelt und sich der abgeholzte Hang bestenfalls nach und nach in ein großes grünes Kissen verwandelt.

Monika Salzmann
Janine Tokarski

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