Für Hochwasser-Betroffene in Altena

Benefizkonzert auf der Burg: Sehr geringes Interesse

Kleine Runde: Einige Zuhörer rückten dicht vor die Bühne auf der Burg Altena, um Anne Haigis live zu erleben.
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Kleine Runde: Einige Zuhörer rückten dicht vor die Bühne auf der Burg Altena, um Anne Haigis live zu erleben.

Der Abend hätte mehr Gäste verdient gehabt: Nur wenige kamen auf die Burg Altena, um Anne Haigis zu erleben - und mit ihrem Eintritt für die Opfer der Flut in Altena zu spenden. Doch es gibt weitere Benefiz-Veranstaltungen, auch mit einem bekannten Buchautor.

Altena – Die Nachwehen der Flutkatastrophe, das unbeständige Wetter, das DFB-Pokalspiel und wieder steigende Corona-Zahlen: Das waren vielleicht die Gründe für die geringe Resonanz beim Benefizkonzert am Samstagabend auf der Burg. „Wir haben leider keinen großen Zuspruch“, bedauerte Kulturring-Geschäftsführer Wolfgang Noack.

Er hatte die Idee, das in der Burg Holtzbrinck geplante Konzert auf die Burg zu verlegen und daraus eine gute Sache zu machen: Alle Helfer von THW, Feuerwehr, Polizei, DRK, Ordnungsamt und Baubetriebshof hatten freien Eintritt. Und der Reinerlös der Veranstaltung geht auf das städtische Spenden-Sonderkonto.

Leichter Folk-Genuss aus 1970ern und 1980ern

Die, die nicht dabei waren, werden sich vielleicht ärgern. Denn die Musik der 66-jährigen Sängerin Anne Haigis aus Rottweil am Neckar passte perfekt in die Atmosphäre zwischen den Burgmauern. Ihre Songs im 1970er-/80er-Jahre-Folk-Stil, ihre markante Stimme, ihr Gitarrenspiel: einfach ein leichter Genuss.

Einige erlebten den, fast wie ein Kammerkonzert anmutenden Auftritt direkt vor der Bühne mit. Andere saßen an den Tischen vor dem Burgrestaurant und plauderten. Aber auch gerade dazu war dieser Abend gedacht: Miteinander ins Gespräch zu kommen – über die Ereignisse der Flutkatastrophe und die Folgen.

Junge THW-Retter sprechen über Fluteinsatz

So auch vier junge Männer vom THW Altena. Für sie war es der erste richtige Hilfseinsatz gewesen. „Ich bin dabei, seit ich zwölf bin. Bisher habe ich nur Übungen absolviert“, erzählte Silas Palm. Mittlerweile ist er 18 Jahre alt und darf offiziell an THW-Einsätzen teilnehmen. 13 Tage lang haben die vier Altenaer in diversen Kellern und Wohnungen Pumpen aufgebaut, Sandsäcke befüllt, Straßen freigeschaufelt. Und Menschen beim Verlassen ihrer stark getroffenen Häusern geholfen. „Es war schockierend“, sagte Marvin Bauer.

Vier junge Helfer vom THW beim Benefizkonzert auf der Burg Altena

Besonders die Nachrichten, dass alle in der Stadt eingeschlossen waren, seien für ihn schlimm gewesen. „Du wirst jeden Morgen geweckt und du weißt, dass etwas Schlimmes passiert ist“, beschrieb Philipp Mußmann seine Gefühle während des Einsatzes. Auf jeden Fall wollen sich alle vier weiterhin beim THW engagieren. Denn: „Es ist ein gutes Gefühl, wenn man helfen kann“, meinte Christopher Eilbrecht. Zudem hätten sie sehr viel Gemeinschaft und Zusammenhalt erlebt.

Kontrolle der „3 Gs“: Zuhörer rücken zusammen

Gemeinsam mit anderen THW-lern verbrachten sie einen geselligen Abend, bedauerten aber, dass von Feuerwehr, Polizei und anderen Organisationen so gut wie niemand gekommen war.

Voraussetzung für den Einlass zum Benefizkonzert war die Erfüllung der 3-G-Regel: geimpft, genesen oder getestet. Mitarbeiterinnen des Kulturringes kontrollierten Impfpässe, Testergebnisse und erfassten die Daten der Besucher. Für das Publikum auf dem oberen Burghof waren also ausreichende Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden. Und so rückten in der Mitte des Konzertes etwa die Hälfte der rund 80 Zuhörer unterm Pavillon enger zusammen, um den Songs von Anne Haigis zu lauschen und leise mitzusingen.

Benefiz-Lesung mit Peter Prange

Der Kulturring lässt sich aber vom geringen Zuspruch nicht demotivieren und plant drei weitere Benefizveranstaltungen für die Flutopfer: Eine Lesung mit Schriftsteller Peter Prange, dessen Buch schon als Dreiteiler im TV zu sehen war, in diesem Monat (das Datum wird noch bekannt gegeben), ein Konzert mit der Coverband „The Servants“ am 28. August an der Burg Holtzbrinck sowie der Auftritt der Violinistin Diana Tishchenko am 19. November.

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