Nach 40 Jahren in Altena verabschiedet

Eine Kugel für Kugel: Hauptkommissar Hoffmann verabschiedet

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Kommt in den Garten: Hoffmann und seine Frau Antje mit dem Drahtkugel-Geschenk.

Altena – Die Datenschutzgrundverordnung wurde gestern Morgen in der Polizeiwache mal eben außer Kraft gesetzt, damit Michael Kuchenbecker Fotos zeigen konnte. Der ranghöchste Polizist im Kreis gewährte zahlreichen Kollegen Einblick in die Personalakte von Polizeihauptkommissar Jürgen Hoffmann. Passfotos aus den 70er- und 80er Jahren bewiesen: Den Spitznamen „Kugel“, unter dem der 62-Jährigel seit Jahren weit über die Kreise der Polizei hinaus bekannt ist, hat er sich hart erarbeitet.

Ob der Grundstein dafür schon in der Ausbildung gelegt wurde, blieb gestern offen. Aus der Personalakte geht jedenfalls hervor, dass die Abschlussprüfung ohne die eigentlich obligatorische Sportprüfung erfolgte, weil dafür gerade kein Raum frei war.Die Akte Hoffmann war deshalb so interessant, weil sie jetzt geschlossen wurde. 

Hoffmann hat die für Polizisten geltende Altersgrenze erreicht und geht mit Ende des Monats in den Ruhestand. Kuchenbecker überreichte ihm in der Polizeiwache seine Entlassungsurkunde. Dass es sich um ein besonderes Ereignis handelte, zeigte schon die Schar der Gäste – unter anderem war Hoffmanns Ex-Ex-Ex-Chef gekommen. 

„Er war durch die Bank beliebt“

Als er vor über 40 Jahren nach Altena kam, da wurde die Wache nämlich noch von Armin Opitz geleitet, der immerhin schon seit 17 Jahren in Pension ist, aber zur Hoffmann-Verabschiedung vorbeischaute. Für Alexander Fall, den derzeitigen Leiter der Wache Altena, war die Verabschiedung „ein Moment, den ich supergerne vermieden hätte“.

Das hörte er gern: Nicht nur der Leitende Polizeidirektor Michael Kuchenbecker (Mitte) lobte Jürgen Hoffmanns Arbeit in den vergangenen 40 Jahren in den höchsten Tönen.  

Nicht nur er selbst, sondern viele andere Kollegen hätten Hoffmann als profunden Ratgeber schätzen gelernt – „er war durch die Bank beliebt“, sagte Fall und meinte damit nicht nur Hoffmanns Kollegen in der blauen Uniform, sondern auch die Mitarbeiter von Feuerwehr, Ordnungsamt und Rotem Kreuz. 

In der Bevölkerung sei er gut vernetzt – „außer vielleicht ein paar Zugezogenen“ kenne wohl jeder den Bezirksbeamten. Fall verdeutlichte auch die gravierenden Folgen, die Hoffmanns Ausscheiden für das städtische Leben hat: „Du gehst und die meisten Metzger machen zu“. „Wieso heißt das eigentlich Totschlag?“ 

Abschied mit gymnastischer Einlage

Leitender Polizeidirektor Kuchenbecker musste eine kurze Lektion über Altena und seine Flurbezeichnungen über sich ergehen lassen, bevor eine gymnastische Einlage folgte: Hoffmann machte mit der gesamten Festgesellschaft noch einmal jene Welle, mit der er alle drei Jahre beim Schützenfest den Damen des Zugs Totschlag huldigte. 

Für die Kollegen der Wache Altena war Hoffmanns Abschied mit einem logistischen Problem verbunden, das letztlich von zwei Polizeibeamtinnen souverän gelöst wurde: Mit Seilen zogen die Hoffmanns Abschiedsgeschenk von der Terrasse des ehemaligen Eiscafés in den ersten Stock und bugsierten es dann durchs Fenster. Durch die Tür hätte nämlich die Drahtkugel, die Kugel zum Abschied bekam, nicht gepasst.

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