Belegschaft von Plänen völlig überrascht

ALTENA - Bestürzung im Krankenhaus: Die Belegschaft erfuhr erst durch Zeitungsartikel von der Plänen, die Geschäftsführung und Aufsichtsrat hegen – wie berichtet, verhandeln sie über eine deutliche Vergrößerung des Pflegeheims und die Umwandlung in eine Reha-Klinik. Von Thomas Bender

Selbst ihm sei von diesen Plänen nichts bekannt gewesen, sagte am Montag Dr. Hans Hellmut Baumeister, der Ärztliche Direktor und versprach: „So lange ich meinen Fuß in dieses Krankenhaus setze beziehungsweise setzen darf, läuft hier alles weiter wie bisher“. Unter seiner Regie werde sich an der Akutversorgung kranker und verletzter Menschen nichts ändern. Baumeister betonte, dass er in dieser Haltung einig sei mit Jens Linderhaus, dem Chefarzt der inneren Abteilung.

Der (auch schriftlich vorgetragenen) Bitte um eine Stellungnahme zu den Entwicklungen ist Ulrich Schmalenbach bisher nicht nachgekommen – er begleite eine Reisegruppe, teilte das Pfarramt mit. Der Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde ist Vorsitzender des Krankenhaus-Aufsichtsrates, nachdem Einhard Pflüger im vergangenen Jahr im Streit zurückgetreten ist. Es ging damals vor allem um die Frage von Kooperationen mit anderen Krankenhäusern, vor allem mit dem in Plettenberg. Sie war unter der Regie der ehemaligen St.-Vinzenz-Geschäftsführer Michael Kaufmann und Barbara Bieding eingestielt worden und sollte dazu dienen, beide Häuser zukunftsfähig zu machen. Der jetzt vom Aufsichtsrat verfolgte Reha-Gedanke habe dabei durchaus eine Rolle gespielt. Es sei aber nicht daran gedacht worden, sich aus der Akutversorgung zu verabschieden, sagte Kaufmann im Gespräch mit dem AK. Er ist nach wie vor Geschäftsführer des Plettenberger Krankenhauses. Die einst von beiden Seiten gewünschte, weitgehende Kooperation der beiden Häuser sei inzwischen „praktisch zum Erliegen gekommen“ berichtete er. Insider berichten, dass einer der Gründe dafür die Plettenberger Geschäftsführung sei: Solange Kaufmann und die Ex-Vinzenz-Chefin Barbara Bieding dort das Sagen hätten, lehne die Altenaer Seite aus unerfindlichen Gründen jede Kooperation kategorisch ab.

Offen bleibt, ob die von der Kirche geplante, weitgehende Umgestaltung des Krankenhauses eigentlich so ohne weiteres möglich ist. Schließlich ist es mit erheblichen Zuschüssen des Landes errichtet worden. Solche Mittel unterliegen in aller Regel einer Zweckbindung. Die Frage, ob die Umwandlung eines Krankenhauses in eine Reha-Klink genehmigt werden muss, konnte Kaufmann beantworten: Dazu bedürfe es keiner behördlichen Genehmigung, sagte er – es reiche ein entsprechender Vertrag mit den Krankenkassen. Allerdings könne er sich nicht vorstellen, dass derartige Verhandlungen im Moment von Erfolg gekrönt sein könnten.

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