Bekenntnis zum Standort

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Johannes Anft, Wolfgang Friess, Anne Wein und Monika Schulz (v.l.) diskutierten. ▪

  Von Johannes Bonnekoh ALTENA ▪ Johannes Anft, Betriebsleiter der Awo Märkischer Kreis, hat gemeinsam mit seiner Geschäftsführung und dem ehrenamtlichen Vorstand „eine große Verunsicherung der Eltern und Mitarbeiter“ verspürt.

Nach dem Informationsbesuch von Norbert Killewald, dem NRW-Behindertenbeauftragten und Michael Scheffler (MdL) sowie Dagmar Freitag (MdB) am 20. Juni war kolportiert worden, der Sprachheilkindergarten stehe wohl vor dem Aus (wir berichteten). „Das stimmt nicht“, stellten Erich Mürmann, Vorstand der Awo, sein Geschäftsführer Hubert Puder und natürlich Anne Wein als Leiterin der Einrichtung mit ihrer Kollegin vom Regelkindergarten, Monika Schulz, fest.

Im Beisein von Stadt-Fachbereichsleiter Wolfgang Friess entwickelten die Awo-Vertreter vielmehr den Plan, „dass Regeleinrichtung und Heilkindergarten schon im kommenden Jahr zu einer Einheit verschmelzen.“ Die Diskussion um eine mögliche Schließung war unter dem Hintergrund angefeuert worden, dass das Land NRW das Ziel ausgegeben hat, behinderte und nicht behinderte Kinder grundsätzlich gemeinsam in Einrichtungen zu betreuen, Stichwort dazu: Inklusion.

Wolfgang Friess: „Der Inklusionsgedanke geistert schon lange in der Öffentlichkeit herum. Das wird auch langfristig sicher so sein. Aber wir hier in Altena können und wollen nicht auf die Einrichtung des Sprachheilkindergartens verzichten.“

Johannes Anft und seine Kollegen stellten noch einmal die Besonderheiten heraus, die diese Einrichtung weit über die Grenzen Altenas hinaus bekannt machen, nämlich Spezialwissen und damit eine hohe Fachlichkeit. Allerdings wird sich die Einrichtung In der Heimecke verändern. Neben Kindern mit Sprachproblemen sollen künftig auch Mädchen und Jungen mit anders gearteten Behinderungen aufgenommen werden. Die Awo wird allen Kita-Trägern der Stadt anbieten, dass ihre Fachleute auch behinderte Kinder dort besonders und gezielt mitbetreuen könnten. „Wir werden baulich investieren, die U-3-Betreuung ausbauen und haben uns für die neue Weichenstellung unserer Häuser einen Zeitrahmen von fünf Jahren gesteckt“, so Johannes Anft.

Der Awo-Sprachheilkindergarten ist nicht Bestandteil des Kita-Bedarfsplans der Stadt Altena. Und die Kita-Zahlen aus der Nette dürften auch niemals „isoliert betrachtetet werden“, mahnte Wolfgang Friess. In der Nette gäbe es nämlich keinen echten eigenen Einzugsbereich.

Erich Mürmann dankte ausdrücklich Landrat Thomas Gemke und Altenas CDU-Fraktionschef Uwe Scholz, der auch Mitglied der Landschaftsversammlung ist und hier in wichtigen Gremien mit entscheide, dass sie sich bereits und immer wieder „bei Trägern wie bei uns kundig machen, wie die Arbeit vor Ort wirklich läuft.“

Friess sagte abschließend, wer Inklusion verallgemeinere, sage schlicht die Unwahrheit. So könne man keinem Kind auf Dauer gerecht werden. Die Awo bleibe für die Stadt ein potenter Träger.

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