Nabu rät: Nur die bekannten Pilze sammeln

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Auch Naturschützer Dietrich Daub (links) schlägt im Zweifelsfalle in einem Bestimmungsbuch für Pilze nach. Hilfe erhält er bei der Identifizierung von Friedrich Petrasch (rechts).

Altena -  Noch ist sich das halbe Dutzend Männer auf einem Waldparkplatz in der Brachtenbecke nicht ganz einig, ob es denn eine gute Pilzsaison gibt. „In den vergangenen Wochen war es viel zu trocken“, heißt es auf der einen Seite. „Dafür war der Sommer kühl und nass, die Böden sind gut durchnässt“, sagt die andere Seite. Und das sei ja bekanntermaßen für das Wachstum der Pilze ideal.

Geführt von Dietrich Daub, von der Altenaer Ortsgruppe des Nabu, folgen die Männer und ein Hund einem Wirtschaftsweg zu einer Pilzwanderung in den spätsommerlichen Wald. „Nein, der frisst keine Pilze“, erklärt der Hundebesitzer und lacht. Ganz normal, findet Dietrich Daub. Viele Tiere meiden die Fruchtknoten der unterirdisch wachsenden Pilze, von denen manche ja bekannterweise auch äußerst giftig sein könnten.

Und so liegt es am Wissen des Pilzsammlers, dass sich zwischen Maronen, Pfifferlingen und dem ein oder anderen Steinpilz nicht auch ein zum verwechseln ähnlicher Giftpilz findet. Damit das nicht passiert, hatte Dietrich Daub nicht nur sein Fachwissen über Bovisten und Co. aufgefrischt, sondern für die Zweifelsfälle auch ein Bestimmungsbuch mitgebracht.

Kaum umschließt der Schatten des Waldes die Pilzwanderer, schon ist der erste Fund gemacht: „Braune Täublinge“, identifiziert Daub einen Bestand von Pilzen, die besonders durch ihren dicken weißen Halm und ihre braune Haube auffallen. „Ein sehr wertvoller, nach Mandel schmeckender Pilz“, erklärt Daub. Erfahrene Pilzsammler könnten zudem bei Täublingen wenig falsch machen. Ist der Pilz eindeutig als eine Art der Täublinge identifiziert, helfe im Zweifelsfalle eine Geschmacksprobe. Ungenießbare oder giftige Exemplare würden scharf schmecken, alle anderen könne man getrost in sein Körbchen legen. Hochgiftige Pilze, die schon beim Kauen gefährlich werden, gebe es unter den Täublingen nicht.

Doch viele andere essbare Pilze im Wald hätten auch tödlich giftige, zum Verwechseln ähnliche Gegenspieler. So muss auch einer der Wanderer eine Pilzsorte wieder aus seiner Tasche entfernen. Eben noch als essbar eingestuft, beschlichen Dietrich Daub dann doch Zweifel. Und da gilt: wegwerfen oder gleich stehen lassen. - sbt

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