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Beitrag zur Energieeinsparung: Stadt soll Balkonkraftwerke fördern

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Von: Thomas Bender

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Mit einer Leistung von 600 Watt reichen Balkonkraftwerke, kleine Photovoltaikanlagen, zur Grundversorgung eines normalen Haushalts.
Mit einer Leistung von 600 Watt reichen Balkonkraftwerke, kleine Photovoltaikanlagen, zur Grundversorgung eines normalen Haushalts. © Schaub, Valerie

Noch ein Antag der Grünen für die nächste Ratssitzung am Montag, 22. August: Die größte Oppositionsfraktion im Altenaer Kommunalparlament möchte, dass die Stadt die Anschaffung sogenannter „Balkonkraftwerke“ mit 250 Euro bezuschusst.

Diese Zuwendung soll auf 50 Anlagen beschränkt werden, der Stadt entstünden also Kosten in Höhe von höchstens 12 500 Euro. Die Verwaltung soll prüfen, ob sich Bund oder Land an diesen Kosten beteiligen.

Balkonkraftwerke sind kleine Photovoltaikanlagen, die Strom ausschließlich für den Eigenbedarf erzeugen. „Mit ihrer Leistung von 600 Watt leisten sie einen spürbaren Beitrag zur Energieeinsparung“, schreibt Grünen-Fraktionsvorsitzende Judith Köster. Tatsächlich reichen 600 Watt zur Grundversorgung eines normalen Haushaltes locker aus. Mehr Strom wird dort nur verbraucht, wenn große Stromverbraucher wie der Herd, ein Wasserkocher oder der Staubsauger eingeschaltet sind.

Mini-Anlagen werden ans Balkongeländer gehängt

Meistens werden diese Mini-Anlagen an das Balkongeländer gehängt, sie können aber auch auf ein Flachdach oder in den Garten gestellt werden. Neben dem Solarmodul wird ein Wechselrichter benötigt – ein kleines Gerät, das den aus dem Modul kommenden Gleich- in Wechselstrom umwandelt. Der von der Anlage erzeugte Strom kann über eine ganz normale Schuko-Steckdose ins hauseigene Netz eingespeist werden, empfohlen wird allerdings eine spezielle Einspeisesteckdose.

Der Handel bietet Komplettpakete an, die Preise beginnen bei etwa 800 Euro. Vor allem bei älteren Häusern soll vor der Montage ein Fachmann das vorhandene Leitungsnetz überprüfen. Er kann auch sagen, ob vor der Inbetriebnahme der Stromzähler ausgetauscht werden muss. Das sei nur bei sehr alten Geräten der Fall und erfolge kostenfrei durch den Netzbetreiber, heißt es auf solarenergie.de.

Balkonkraftwerk: Betrieb ist genehmigungsfrei

Der Betrieb eines solchen Balkonkraftwerks ist genehmigungsfrei, muss dem Netzbetreiber aber mitgeteilt werden. Mieter benötigen für die Montage die Zustimmung ihres Vermieters – wenn es sich dabei um die Baugesellschaft handelt, stoßen sie auf offene Ohren: Natürlich müsse man in jedem Einzelfall prüfen, ob ein Balkonkraftwerk möglich sei, sagte Vorstand Manfred Haupt auf Anfrage. Grundsätzlich begrüße und unterstütze das Unternehmen aber alles, was zu mehr Energieeffizienz beitrage. Besitzer von Eigentumswohnungen sollten die Zustimmung der Eigentümerversammlung einholen und unter Umständen sind auch Belange des Denkmalschutzes zu berücksichtigen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Solaranlagen speisen die „Balkonkraftwerke“ nicht ins Netz ein. Erzeugen sie mehr Strom als gerade gebraucht wird (das kann im Sommer durchaus auch über einen längeren Zeitraum vorkommen), so geht dieser verloren. Denkbar wäre es zwar, ihn in einem Akku zu speichern. Das sei aber bisher noch nicht wirtschaftlich, schreibt die Verbraucherzentrale.

Stadt Balve fördert Balkonkraftwerke bereits

Altena wäre übrigens nicht die erste Stadt im Märkischen Kreis, die solche Mini-Solaranlagen bezuschusst: Balve fördert die Anschaffung seit 2021 mit 100 Euro pro Anlage. Das Interesse daran ist allerdings eher gering.

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