Klaus Löttgers neuer Träger des Bürgerpreises

ALTENA ▪ Die Altenaer haben sich viel zu erzählen – so viel, dass sich ein Bläserquintett der Musikschule am Sonntagmorgen beim Neujahrsempfang in der Burg Holtzbrinck kaum durchzusetzen wusste. Erst dem Bürgermeister gelang es, die Aufmerksamkeit von deutlich 100 Besuchern auf sich zu lenken – und das sogar ohne Mikro, weil die Technik streikte.

„Generationentreff“ – dieses Wort fiel verdächtig oft im Jahresrückblick von Dr. Andreas Hollstein. Immer wieder erinnerte er daran, dass die alte Schule des Stadtteils im Laufe der letzten Monate mit viel ehrenamtlichen Engagement zu einem Treffpunkt für Menschen jeden Alters wurde und dass diese Initiative beispielgebend sei für andere wie zum Beispiel die sich gerade gründende Gruppe auf dem Nettenscheid.

Beinahe schon logische Konsequenz war, dass der Bürgerpreis 2012 an den „Motor“ der Knerling-Gruppe geht, also an Klaus Löttgers. Der wurde aber nicht nur dafür ausgezeichnet: In seiner Laudatio erinnerte Hollstein auch an Löttgers Einsatz für die Friedrich-Wilhelms-Gesellschaft. Dort trägt er als „Waldbeauftragter“ maßgeblichen Anteil daran, dass Innenstadt und Stadtteile sich zum Schützenfest prächtig geschmückt präsentieren. Außerdem gehört der 70-Jährige zur Stammbesatzung des Schießstandes. Auch sein Einsatz als langjähriger Vorsitzender des MGV Brachtenbeck blieb nicht unerwähnt.

Was den Chorgesang angeht, überraschte Löttgers in seiner Dankesrede mit einer Neuigkeit: Es gebe seit einigen Tagen Überlegungen, einen neuen Chor aus der Taufe zu heben, berichtete er. Ansonsten wies er darauf hin, dass er den Preis stellvertretend für viele andere – unter anderem nannte er Bernd Erbschloe – entgegen nehme: Der Erfolg des Generationentreffs fuße darauf, dass viele Menschen sich engagieren. „Dieser Preis ist auch Euer Preis“, sagte er an die Adresse seiner Mitstreiter. Nörgeln und kritisieren sei einfach, sagte Löttgers weiter. Er sei mehr ein Mann der Tat – „und wenn mich dann auf der Straße die Kinder fragen, ob ich ihnen den Treff aufschließe, dann weiß ich: Ich habe alles richtig gemacht“, sagte er.

Kritik an Zuschussgebaren

des Landes

Der Bürgerpreis ist eher ideeler Natur: Es gibt Blumenstrauß, Wappenteller und Urkunde; die Baugesellschaft spendiert zudem einen Restaurantgutschein.

Zweiter, wesentlicher Bestandteil der Traditionsveranstaltung war auch in diesem Jahr die „Positionsbestimmung“ durch den Bürgermeister. Der blickte zunächst auf 2012 zurück und stellte fest, dass dieses Jahr bei weitem nicht so negativ gewesen sei wie zunächst befürchtet wurde. Neben der Etablierung des Generationtreffs sei die Gründung der interkommunalen Sekundarschule ein herausragendes Ereignis gewesen, sagte Hollstein und dankte Anne Rohde für deren engagierten Einsatz für diese neue Schule. Als großer Erfolg habe sich der Bau der Lenneterrassen erwiesen, Altenas und Evingsens Schützen hätten mit ihren Festen viele Menschen mitgerissen.

Den Burgaufzug und dessen für Dezember geplante Eröffnung nannte Hollstein in seinem Ausblick auf 2013 nur eher beiläufig. Er beschäftigte sich mehr mit Projekten, die in den nächsten Monaten neu angegangen werden sollen wie die Planung der neuen Fußgän++gerbrücke zwischen Bahnhof und Markaner und das „Leitsystem“, das Burgbesuchern den Weg weisen soll.

Deutliche Kritik übte der Bürgermeister an der Landesregierung: 220 Euro pro Bürger hätten Kleinstädte wie Altena im vergangenen Jahr pro Bürger als Zuweisung erhalten, die Großstädte seien mit 760 Euro pro Einwohner unterstützt worden. „Einem Landesvater oder einer Landesmutter müssen alle Bürger gleich viel wert sein“, forderte der Bürgermeister zum erkennbaren Unmut der SPD-Politiker Dagmar Freitag und Michael Scheffler, die – wie auch CDU-Landtagsabgeordneter Thorsten Schick – am Neujahrsempfang teilnahmen. Sie wiesen darauf hin, dass die Zahlen darauf zurückzuführen seien, dass Altena eine deutlich höhere Steuerkraft habe als die Ruhrgebietsmetropolen.

Von Thomas Bender

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