Brand einer Photovoltaikanlage kann gefährlich werden

Eine Photovoltaik-Anlage bei Rosmart. -

ALTENA - Sie gelten vielen als interessante Form der Energieversorgung, die Photovoltaikanlagen. Auf vielen Dächern sorgen die Mini-Kraftwerke für Spannung. Kommt es aber zu einem Brand, dann kann es brenzlig werden an den Silizium-Tafeln. Es geht um hohe Spannungen von bis zu 900 Volt. „Wasser und Strom, das passt nicht gut zusammen“, meint dann auch Udo Winter, Leiter der Feuerwache an der Bachstraße. Die Hauptgefahr der Solaranlagen liegt darin, dass die Module auf dem Dach auch im Brandfall weiter Strom produzieren und sich nicht einfach abschalten lassen. Von Thomas Keim

Selbst geringe Mengen Licht, etwa die Beleuchtung bei Nachteinsätzen, reichen für eine weitere Stromproduktion aus. Die Schwierigkeiten beim Abschalten einer Solaranlage ergeben sich aus den verschiedenen Stromkreisläufen. In den einzelnen Modulen wird Gleichstrom bis zu 900 Volt erzeugt. Erst im so genannten Wechselrichter wird der Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt. Der Wechselrichter, an dem – wenn überhaupt – der Ein- und Ausschalter angebracht ist, befindet sich aber häufig nicht direkt im Dachgeschoss, sondern im Keller des Gebäudes. Der Wechselstrom und das Gerät können zwar abgeschaltet werden, aber der Gleichstrom fließt weiter durch die Leitung bis zum Keller. Dadurch können die Feuerwehrleute beim Löschen des Brandes einen Stromschlag bekommen. Abhilfe könnte die Installation von Sicherheitselementen schaffen, die die Gleichstromleitungen im Brandfall selbst trennen würden. Der Einbau solcher Sicherheitselemente ist jedoch zurzeit noch nicht vorgeschrieben.

Und die Solartafeln sorgen für eine andere mögliche Gefahr: Wenn der Dachstuhl eines Hauses in Flammen steht, verhindern die Solarelemente einen direkten Zugriff mit Löschwasser von außen. Außerdem sind diese Module direkt mit der Dachkonstruktion verbunden und bergen dadurch eine weitere Gefahr in sich: Durch die Wärmeeinwirkung können sich die einzelnen Elemente lösen und herabstürzen.

An der Bachstraße hat man sich die Anlagen eingestellt. Der Umgang mit ihnen wird mittlerweile in den Feuerwehr-Grundlehrgängen vermittelt. Das dort erlangte Material gibt man natürlich an die „alten Hasen“ weiter. Allerdings: Im Ernstfall mussten sich die Wehrmänner noch nicht mit einer Photovoltaik-Anlage auseinandersetzen. Udo Winter: „Obwohl manche schon seit Jahren installiert sind, wäre das absolutes Neuland für uns.“

Die Dimensionen des möglichen Problems kennt Andreas Köster, Presssprecher der Mark-E: In der Burgstadt gibt es derzeit 50 Photovoltaik-Anlagen. Sie bringen es auf eine Gesamtleistung von 312 Kilowatt und haben im Jahr 2009 rund 137 000 Kilowattstunden ins Netz geschickt. Das entspricht einer durchschnittlichen Leistung von 2700 Kilowattstunden. Zum Vergleich: Ein Haushalt verbraucht im Jahr um die 3500 Kilowattstunden.

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