Verfahren dauert schon über ein Jahr

Bandidos: Ende des Rockerprozesses in Sicht

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(Symbolbild)

Seit mehr als einem Jahr wird gegen sechs, mittlerweile nur noch fünf Angeklagte aus dem Hagener Rockermilieu wegen diverser Straftaten verhandelt, darunter auch gegen einen Mann aus Altena. Der Neustart im Januar 2021, der nötig wurde, weil eine Richterin das Handtuch warf, hat das zähe Verfahren zusätzlich in die Länge gezogen.

Altena – Doch nun war tatsächlich von „Plädoyers“ und „Urteil“ die Rede, der Prozess schleppt sich auf die Zielgerade. Sollte man meinen. Doch die Vorsitzende Richterin Heike Hartmann-Garschagen sicherte für den Prozess gegen die Bandidos nun weitere sieben Verhandlungstage bis Dezember 2021. Nutzen müsse man sie aber nicht, erklärte sie. Es handele sich nur um eine Vorsichtsmaßnahme, falls es weitere Beweisanträge gebe und sich die Hauptverhandlung weiter in die Länge ziehe. Das könnte passieren. Denn am Ende des jüngsten Verhandlungstags stellte einer der vielen Anwälte der Rocker einen neuen Beweisantrag. Die Richter wollen nun darüber beraten und ihre Entscheidung beim nächsten Verhandlungstag verkünden.

Zeuge verweigert die Aussage

Die jüngste Sitzung bot unterdessen eine bunte Mischung dessen, was die Arbeit der Prozessbeteiligten derzeit bestimmt: Ein Zeuge (41) aus dem Umfeld der mit den „Bandidos“ konkurrierenden „Freeway Riders“ berief sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht – wie vor ihm schon viele andere Zeugen. Da auch gegen ihn diverse Ermittlungen und ein Strafverfahren laufen, durfte er schweigen. Dier Vorsitzenden Richtern hätte gerne von ihm gewusst: „Wie kam es zu dem Streit zwischen diesen beiden Rockergruppen?“ Die Frage ließ er unbeantwortet, erklärte stattdessen wenig hilfreich für den Prozess sein verändertes Äußeres: „Die Friseure haben wieder offen.“ Und zum Abschied: „Ich gehe jetzt schlafen. Ich hatte Nachtschicht.“

Telefonate mitgeschnitten

Um die Arbeit ging es auch in einem Telefongespräch zwischen zwei der Angeklagten aus dem Jahr 2019: Ermittler hatten das Telefonat mitgeschnitten und dem Gericht zur Verfügung gestellt. Nun durften die Prozessbeteiligten ihren Worten lauschen und den Text bei Bedarf auch noch einmal nachlesen. Viele neue und hilfreiche Erkenntnisse lieferten diese jedoch nicht.

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