Beate Overhoff stellt in Stadtgalerie aus

Dr. Susanne Conzen (l.) sprach einführende Worte in die Ausstellung von Beate Overhoff. Foto: Jakob Salzmann

Altena - Daheim, das ist für Beate Overhoff das Sauerland: Affeln, Küntrop, ein Park in Neuenrade oder der Blick auf Finnentrop. Unterwegs, das ist Asnelles in der Normandie, die Lagunenstadt Venedig oder Giverny, wo der Impressionist Claude Monet seine berühmten Gartenbilder malte. Auch Kreisau, einst Familiensitz der Adelsfamilie von Moltke und heute eine Internationale Jugendbegegnungsstätte, gehört dazu.

Orte, die die gebürtige Menderin, die bis 12. April unter dem Motto „daheim und unterwegs“ in der Stadtgalerie ausstellt, auf Malreisen zu teils leuchtend farbigen, teils monochromen Arbeiten inspirieren. Der etwas andere Blick auf Landschaften, der den realistischen bis abstrakten Gemälden eigen ist, kommt auch bei den Pferdebildern der früheren Springreiterin zur Geltung.

In Öl – oft in der Natur – oder Acryl malt sie ihre sprühend vitalen, manchmal ruhigen Werke. Bei der gut besuchten Vernissage führte Dr. Susanne Conzen am Donnerstagabend in das Werk der Malerin aus Affeln, die ein berufsbegleitendes Studium für Malerei und Grafik am Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie (IBKK) in Bochum absolvierte und in der Meisterklasse von Professor Dr. Qi Yang ihren Diplomabschluss machte, ein.

Mit ihren Malreisen, deren Eindrücke sie auf der Leinwand festhalte, knüpfe Beate Overhoff an alte Tradition an, erklärte die Kunstexpertin. Schon Goethe oder Heine seien zur Inspiration auf Reisen gegangen. Stilistisch präsentiere Beate Overhoff in ihrer aktuellen Ausstellung sehr unterschiedliche Arbeiten. Explizit stellte sie anhand einzelner Gemälde diese Vielfalt vor. Bei den Venedig-Bildern, die in der Tradition der Vedutenmalerei stehen, fessele eine „steinige, pudrige Atmosphäre.“ Wie beim Zoom einer Kamera rücke die Künstlerin auch Ausschnitthaftes, eine Wasserspiegelung oder das nächtliche Venedig, in den Mittelpunkt. Bei den Alpenbildern („Nicht das Bergpanorama“) und den Impressionen vom Gut Kreisau nahe Breslau, das der Widerstandsgruppe um Helmuth James Graf von Moltke den Namen gab, komme die etwas andere Auffassung von Malerei, die das Werk Beate Overhoffs auszeichne, zum Tragen. „Dies ist eine malerische Auffassung, die auf den Impressionismus zurückgeht.“ Nicht Wiedererkennbarkeit sei das Ziel, sondern die Atmosphäre der Situation. So habe nicht das Kreisauer Schloss, sondern die dazugehörige Allee die Künstlerin zur Begegnung mit der Vergangenheit inspiriert.

Ausführlich ging Dr. Susanne Conzen daneben auf die Pferdebilder im letzten Raum der Stadtgalerie ein. „Beate Overhoff kennt die Tiere und ist ihnen nahe. Das kommt in den Bildern rüber.“ Darüber hinaus leiste sie in diesen Arbeiten einen geschickten Aufbau des Raumes durch die Pferdekörper.

Auch die Tiermalerei habe eine lange Tradition. Von Dürer (Hase) bis Franz Marc (unter anderem Blaues Pferd) spannte die Expertin den Bogen. Zu sehen ist die Ausstellung donnerstags von 11 bis 13 und 15 bis 17 Uhr, freitags von 15 bis 17 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 13 Uhr.

von Monika Salzmann

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