SGV baut „grünes Klassenzimmer“

Manfred Fiebrich, Michael Krämer, Karl Richter und Karl-Heinz Tacke (v.l.) machen eine Pause an der hölzernen Hexenfigur.

ALTENA - Am 28. Juni soll er eröffnet werden – der Geschichts- und Naturlehrpfad im Wald hinter dem Richard-Schirrmann-Denkmal und der Berghalle. Darauf arbeiten Karl-Heinz Tacke und seine Kameraden vom SGV hin. Seit gestern wird das Waldstück auf dem Berg durch Baumfällarbeiten auf Vordermann gebracht.

Das Familienfest auf der Burg Altena zum hundertjährigen Jubiläum der ersten Jugendherberge der Welt ist „der richtige Rahmen, um den Leuten den Lehrpfad vorzustellen“, ist Tacke, Vorstandsmitglied des SGV für Öffentlichkeitsarbeit, Naturschutz und Umweltbildung, überzeugt. Bis dahin steht aber noch viel Arbeit an. Derzeit befreit er einen 2,5 Kilometer langen Rundweg, den künftigen Lehrpfad, zusammen mit den SGVlern Manfred Fiebrich, Karl Richter und Michael Krämer von Bäumen und Ästen, die instabil sind und Spaziergänger erschlagen könnten. Für die etwa zehn schweren Bäume, die einen Durchmesser von fast einem Meter haben, müssten in den kommenden Tagen ohnehin professionelle Baumfäller anrücken, erklärte Tacke. Etwa 60 Bäume, deren Stämme Durchmesser zwischen 15 und 20 Zentimetern haben, sägen die SGVler selbst ab, zerkleinern sie noch vor Ort zu Brennholz und transportieren sie per Schubkarre aus dem Wald. „Einen richtigen Holzabfuhrweg, der auf einer Straße mündet, gibt es in diesem Waldstück nämlich nicht“, veranschaulicht der gelernte Forstwirt die schwierigen Bedingungen. Welche Bäume abgesägt werden müssen, wissen die Hobby-Baumfäller genau. Mit dem zuständigen Revierförster seien der Rundweg im städtischen Wald abgegangen sowie morsche und in den Wurzeln faule Bäume markiert worden. „Seit sieben Jahren ist der Weg offiziell gesperrt, da hier zu viele Gefahrenbäume stehen“, so Tacke, „jetzt wollen wir ihn so herrichten, dass die Stadt ihn wieder freigeben kann.“

Erst danach können die Arbeiten verrichtet werden, die den Pfad zum Waldlehrpfad machen. Kratzfeste, UV-beständige Kunststoffschilder mit Aufdrucken zur örtlichen Flora und Fauna sollen den Weg säumen. „Wissenswertes zu Lärchen, Buchen, Eichen und Ahorn und natürlich zu sämtlichen heimischen Tieren ist auf den Schildern zu finden. Die sind auch schon bei mir zuhause und warten nur darauf, montiert zu werden“, ließ Tacke wissen. Außerdem seien vier Tafeln zur Geschichte der Stadt geplant, um Schulklassen und Familien auch historisches Wissen zu vermitteln. „Für das Mysteriöse wird es noch drei Holzfiguren und Tafeln zu den Sagen um den heiligen Einhardt, den Wixberg und den Hünengraben geben“, schwärmte Tacke von der Zukunft.

Das Vorhaben werde insgesamt zwischen 12 000 und 15 000 Euro kosten und durch Spenden von Altenaer Unternehmern und Vereinen finanziert. Tacke und seine Kameraden freuen sich jetzt schon, im „Grünen Klassenzimmer“ auf dem Hexentanzplatz zu stehen und mit dem Blick ins Tal neugierigen Besuchern die Natur und die Entwicklung der Stadt näher zu bringen. Von Kristina Köller

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