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Baustellen an wichtigen Verbindungsstrecken: Altena droht Verkehrsinfarkt

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Von: Janine Tokarski, Volker Heyn

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Vollsperrung an der B236 am Winkelsen in Altena nach dem Hochwasser.
Vollsperrung an der B236 am Winkelsen in Altena nach dem Hochwasser. © Thomas Keim

Altena droht der Verkehrskollaps: Die B 236 bleibt Richtung Werdohl erstmal gesperrt. Wann die Arbeiten beendet sind, ist derzeit unklar. Unabhängig davon wird die Lüdenscheider Straße Ende September gesperrt.

Altena/Werdohl – Die Starkregen-Katastrophe vor rund zwei Wochen hat nicht nur Wohnungen, Häuser, Keller und Fabrikanlagen überflutet, sondern auch zum Teil schwere Schäden an der Bundesstraße 236 und deren Nebenstraßen hinterlassen. Straßen.NRW hat mit eigenen Kräften und beauftragten Unternehmen schon mit Reparaturen und Sanierungen begonnen, zum Beispiel in der Rahmede. Die Vollsperrung der B 236 im Bereich Winkelsen wird allerdings noch unabsehbare Zeit in Anspruch nehmen.

Dort ist die erst vor kurzer Zeit erneuerte Gasleitung betroffen, die B 236 war deswegen den gesamten Sommer 2020 über unpassierbar. „Böschung und Fahrbahn sind weg, wir haben einen Hangrutsch und einen beschädigten Durchlauf“, fasst Andreas Berg, Sprecher von Straßen.NRW die Probleme dort zusammen.

Gasleitung beschädigt, Fahrbahn entfernt

Bereits zwei Tage nach der Flutkatastrophe schaute sich ein Gutachter den Schaden an. Er stellte fest: Die Gasleitung wurde durchgebogen. „Wir haben gesehen, dass wir schnell Baufirmen bekommen“, sagt Berg. Dieses derzeit nicht gerade leichte Unterfangen gelang, am Winkelsen wird bereits gearbeitet. „Wir haben die Fahrbahn zur Hälfte weggenommen, um den Druck auf die Gasleitung zu mindern“, erläutert der Pressesprecher.

Gasnetz-Betreiber Open Grid ist dort mit im Boot. Zeit- und Kostenrahmen für die Sanierung seien derzeit nicht abschätzbar, sagt Berg. Wann der Verkehr dort wieder rollt, ist also völlig unklar. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Arbeiten bis zum 27. September erledigt sind und die Bundesstraße wieder frei ist. Denn sonst droht nicht nur ein Verkehrsinfarkt, sondern Altena auch wieder – wie tagelang nach dem Hochwasser – weitgehend von der Außenwelt abgeschnitten zu werden.

Schallschutz wird erneuert: Lüdenscheider Straße dicht

Dann wird nämlich die nächste wichtige Verbindung gesperrt: die Lüdenscheider Straße. Trotz Hochwasser, diverser Straßenschäden, -sperrungen und Umleitungen wird die geplante Sanierung der Schallschutz-Elemente an der Stützmauer zur Bahnstrecke nicht verschoben, wie Andreas Berg auf Nachfrage sagt. „Wir müssen die Arbeiten mit der Bahn abstimmen und sind auf Sperrungen angewiesen, die wir nutzen dürfen“, erklärt er. „Teilweise warten wir fünf Jahre auf eine Sperrpause, die wir nutzen können.“ Dass es im Fall der Lüdenscheider Straße so vergleichsweise schnell ging, „war Glück. Und wir müssen das ja machen“.

Die Lüdenscheider Straße soll ab dem 27. September
 voll gesperrt werden.
Die Lüdenscheider Straße soll ab dem 27. September voll gesperrt werden. © Thomas Bender

Die Ankündigung, die Verbindung zur Rahmede und nach Lüdenscheid zwei Wochen – vom 27. September bis zum 11. Oktober – komplett sperren zu wollen, sorgte schon vor dem Hochwasser mit seinen Folgen für Bürger und Verkehr für Unmut in der Burgstadt.

Lüdenscheider Straße Ausweichroute für B236

Denn die Sperrung bedeutet kilometerlange Umwege für die vielen Menschen, die aus Richtung Innenstadt zum Breitenhagen, in die Rahmede oder nach Lüdenscheid fahren wollen. Betroffen sind unter anderem tausende von Pendlern sowie alle, die aus der Innenstadt zum Nahversorgungszentrum wollen.

Wenn bis dahin die B 236 Richtung Werdohl nicht wieder frei ist, wird es heikel. Denn die Lüdenscheider Straße durch die Rahmede und weiter über Rosmart ist auch die schnellste und kürzeste Ausweichroute für die B 236. Die Bahn ist auch keine Alternative: Züge fahren nach dem Hochwasser auf der Ruhr-Sieg-Strecke auf absehbare Zeit nicht zwischen Hagen und Werdohl.

Und mit den Schäden in Altena ist es nicht erledigt. „Die B 236 ist an ganz vielen Stellen betroffen“, sagt Berg mit Blick auf die Hochwasser-Schäden. Auf Werdohler Gebiet ist die Bundesstraße ebenfalls stark betroffen.

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