B236 für Monate dicht: Das müssen Autofahrer wissen

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Gesperrt: Die B236 ist ab Montag, 6. April, komplett dicht - für mehrere Monate.

Altena – Ab  Montag, 6. April, wird die B236 im Bereich Winkelsen/Schwarzenstein für mehrere Monate komplett gesperrt. Auch auf den Ausweichstrecken gibt's erhebliche Behinderungen.

Was passiert auf der Bundesstraße? 

In der B 236 liegt die „Südwestfalenleitung“ des Gasversorgers Open Grid Europe. Es handelt sich um eine Ferngasleitung mit einem Durchmesser von ungefähr 60 Zentimetern, durch die das Gas mit einem Druck von acht bar geleitet wird. Im Bereich zwischen der ehemaligen Firma Bierbach und der Schwarzenstein-Brache ist die Leitung über 100 Jahre alt und muss dringend erneuert werden. 

Auch deshalb, weil die Gasnetze durch die bevorstehende Einführung des sogenannten H-Gases stärkeren Belastungen ausgesetzt sein werden. H-Gas („high calorific gas“) hat einen um etwa 20 Prozent höheren Brennwert als das aktuell noch genutzte L-Gas („low calorific gas“), dessen Vorkommen vor allen in den Niederlanden und Deutschland endlich sind. 

Mit Ausnahme von Teilen NRWs und weniger weiterer Bundesländer wird Deutschland bereits seit mehreren Jahrzehnten mit H-Gas versorgt. Komplett abgeschlossen sein soll die Umstellung bundesweit bis 2030. 

Wie wird gebaut? 

Es wird zwei Bauabschnitte geben. Los geht es mit dem Abschnitt zwischen Bierbach und der Winkelsener Brücke, für den zehn Wochen vorgesehen sind. Das längere Teilstück ist das von der Winkelsener Brücke bis zu dem kleinen Kraftwerk am Ende der Schwarzenstein-Brache. 

Dort soll die Leitung im September ankommen. Insgesamt werden auf knapp 900 Metern neue Rohre verlegt. 

Warum muss die Straße voll gesperrt werden? 

Die Ferngasleitung unterscheidet sich in ihren Dimensionen deutlich von den Leitungen, die üblicherweise in Altenas Straßen liegen. Jedes Stück Rohr, das dort verbaut wird, wiegt drei Tonnen. Entsprechend schweres Gerät muss eingesetzt werden. 

Hinzu kommen unter Umständen Probleme mit dem Baugrund, der dort sehr felsig ist. Außerdem regeln Unfallverhütungsvorschriften, dass es zwischen dem fließenden Verkehr und einer Baustelle einen Sicherheitsabstand geben muss, der sich in diesem Fall nicht einhalten ließe, wenn Autos und weitere Fahrzeuge einspurig fahren dürften. 

Darf niemand durch die Baustelle? 

Doch. Fußgänger können passieren, für sie wird extra ein Gehweg abgetrennt. Durch den könnten natürlich auch Fahrräder geschoben werden, sagt Florian Splitt-Meyer vom Ordnungsamt. 

Verabredet ist auch, dass im Notfall der Weg für Einsatzfahrzeuge freigemacht wird, wenn das möglich ist. Allerdings kann das nicht in jedem Fall garantiert werden. Deshalb werden für den Stadtteil Buchholz weitere Vorkehrungen getroffen. 

Wie wird der Verkehr umgeleitet? 

Die offizielle Umleitung ist als U44 ausgeschildert. Sie führt von Altena nach Lüdenscheid und dann durchs Versetal nach Werdohl. Da sind etwa 28 Kilometer, die Strecke wird damit etwa doppelt so lang wie die normale Route über die Bundesstraße (alle Kilometerangaben in diesem Bericht wurden mit Hilfe von Google Maps ermittelt und beziehen sich auf die Strecke vom Markaner-Kreisel in Altena bis zum Werdohler Rathaus). 

Gibt es Alternativen zu dieser doch sehr langen Umleitung? 

Ja. Man kann auch über den Hemecker Weg und dann über den Höhenweg nach Werdohl fahren, das sind etwa 17 Kilometer. Allerdings ist diese Strecke für Lkw gesperrt. Wählt man den Weg über Dahle und den Kohlberg, dann sind es knapp 18 Kilometer. 

Den Kohlberg dürfen Lkw nur in Richtung Neuenrade befahren. Wegen der Gefällstrecke vor dem „Dahler Ei“ ist er in der Gegenrichtung für Lastwagen gesperrt. 

Herrscht denn auf den Ausweichstrecken freie Fahrt? 

Nein. Für beide Strecken sind für diesen Sommer ebenfalls Bauarbeiten angekündigt. In der Nette wurde bereits mit der Verlegung einer neuen Gasleitung zur Firma Eksi begonnen. 

Wird zur Baustelle: Die B 236 in Höhe Winkelsen/ Finanzamt.

Nach Ostern soll auch die Fahrbahnsanierung zwischen den Firmen Nedschroef und Finkernagel in Angriff genommen werden. In beiden Fällen wird der Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeigeführt und mit Ampeln geregelt. 

Die Umleitung über Rosmart dürfte ab Mai komplett wegfallen, weil Straßen.NRW dann den Höhenweg wegen einer Fahrbahnsanierung in Richtung Werdohl komplett sperren möchte. 

Kann man die Baustelle nicht auch durch den Stadtteil Buchholz umfahren? 

Das sei keine gute Idee, sagt Florian Splitt-Meyer mit Hinweis darauf, dass sowohl die Buchholzstraße als auch der Kohlhagener Weg wegen ihrer Enge als Anliegerstraßen ausgewiesen sind. 

Damit dürfen sie nur von Autofahrern genutzt werden, die an dort oder den Nebenstraßen wohnen oder – wie Paketboten – dort nachweislich etwas zu tun haben. Das Ordnungsamt steht in Kontakt zur Polizei, die die Problematik kennt und kontrollieren wird. Wer erwischt wird, muss mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 20 Euro rechnen. 

Es gibt aber noch ein weiteres Problem im Zusammenhang mit diesem Straßenzug: Um die Rettungswege freizuhalten, wird auf der Buchholzstraße und dem Kohlhagener Weg ein durchgehendes, eingeschränktes Halteverbot eingerichtet, was vor allem am Kohlhagener Weg für Probleme sorgen dürfte, weil es kaum Ausweichmöglichkeiten für die Anwohner gibt, auf die damit auch extrem weite Fußwege zukommen dürften.

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