Krankenhaus ist „Sondergebiet“ und kann nicht einfach Pflegeheim werden

Das Krankenhaus kann nicht einfach ein Pflegeheim werden.

Altena - Statt Krankenhaus demnächst ein Pflegeheim im XXL-Format? Das befürchten schon seit Jahren viele Altenaer. Doch ganz so einfach ist das alles nicht...

Entsprechende Anträge habe der Ex-Geschäftsführer Michael Kaufmann im Sommer schon gestellt, berichtete Dr. Rüdiger Balbach, als sich jetzt der Krankenhaus-Förderverein ein letztes Mal mit der Situation des Hauses beschäftigte. Tatsächlich hatte die beim Märkischen Kreis angesiedelte Heimaufsicht damals bestätigt, dass es eine entsprechende Anfrage gegeben habe und dass man der Schaffung neuer Pflegeplätze grundsätzlich „natürlich“ positiv gegenüberstehe. 

Nur: Die Heimaufsicht kann das alleine nicht entscheiden, jedenfalls nicht in diesem Fall. In der gleichen Sitzung wies Bürgermeister Dr. Andreas Hollstein darauf hin, dass auch baurechtliche Fragen zu klären seien. Das Krankenhaus liegt im Bereich des Bebauungsplans „Am Lennestein“, der weist den Bereich zwischen Stein- und Bornstraße (und damit auch das ehemalige Schwesternwohnheim) als „Sondergebiet“ für ein Krankenhaus aus. Das bedeutet: Wer dort etwas anderes betreiben will, der muss sich zunächst einmal um eine Änderung des Bebauungsplanes kümmern – und über die hätte der Rat zu entscheiden. 

Das ebenfalls zur Lennekliniken-GmbH gehörende Gebäude, in dem neben dem Gesundheitszentrum auch Parketagen und Altenwohnungen untergebracht sind, gehört übrigens nicht zu diesem Sondergebiet, kann also flexibler genutzt werden. Für die Mieter der Wohnungen bestehe im Moment trotzdem kein Grund zur Beunruhigung, versicherte der Insolvenzverwalter Thomas Thiele. Im Internet machte die Nachricht von der erneuten Insolvenz des Hauses am Mittwoch schnell die Runde. Die Resonanz war allerdings verhalten – fast so, als hätten sich die Bürger mit dem Aus des Hauses schon abgefunden. Auf Facebook heißt es: „Hoffentlich wird diesem Drama (...) endgültig ein Ende gesetzt, damit auch die letzten Mitarbeiter zum Arbeitsamt gehen können“.

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