Anwohner hatte vorab gewarnt

Die Gefahr am Straßenrand

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Die Feuerwehr war nach dem Baumsturz am Sonntag im Einsatz auf der Rahmedestraße, die für rund sechs Stunden für den Verkehr komplett gesperrt war.

Am Sonntag krachte ein großer Baum auf die Fahrbahn der Rahmedestraße. Die Straße musste für rund sechs Stunden gesperrt werden. Ein Altenaer hatte vorab vor Gefahr aus dem Hang gewarnt.

Altena - Hätte der Sturz eines großen Baumes, der am Sonntag in Höhe der Bushaltestelle Kronprinz von einem Steilhang auf die Rahmedestraße gekracht war, ein Auto getroffen und wegen Aufräumarbeiten eine sechsstündige Vollsperrung nach sich gezogen hatte, verhindert werden können? „Ja“, meint Georg Obornik, „ich hatte der Stadt schon im vergangenen Sommer gemeldet, dass es dort trockene und morsche Bäume gibt, die umzustürzen drohen. Es war aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit, bis diese umfallen würden.“

Georg Obornik wohnte bis vor wenigen Tagen noch in einem Haus an der Wiesenstraße oberhalb des besagten Steilhangs. Am frühen Sonntagnachmittag war er an der Wiesenstraße, als der Baum mit einem Stammdurchmesser von rund 60 Zentimetern brach, weitere Äste anderer Bäume mitriss und auf die Rahmedestraße donnerte. „Wir haben unser Haus verkauft, am Sonntag war die Übergabe an die neuen Eigentümer. Es gab auf einmal ein richtig lautes Krachen“, berichtet der 55-Jährige, der nach dieser ersten Schrecksekunde dann das ganze Malheur zu sehen bekam.

Dass trotz seines Anrufs beim Ordnungsamt im vergangenen Jahr offensichtlich nichts unternommen worden sei, kann Obornik nicht verstehen. Zumal er immer wieder mal beobachtet habe, dass kleinere Äste aus dem Steilhang auf den Bürgersteig rund um das Buswartehäuschen gefallen seien. Man habe ihm im Sommer 2020 am Telefon gesagt, dass man „sich das angucken“ wolle. Auch habe er darauf hingewiesen, dass man vom gegenüberliegenden Parkplatz des Netto-Marktes einen sehr guten Blick auf den Steilhang habe. „Vom Parkplatz aus konnte man gut sehen, dass die Bäume trocken und morsch sind. Es war ja kaum Laub dran.“

Steilhang gehört nicht der Stadt

Nachfrage bei der Stadtverwaltung, in der der Baumsturz am Montag auch Thema war. Sowohl Bürgermeister Uwe Kober (CDU) als auch Joachim Protzer vom Ordnungsamt gaben an, dass der Steilhang samt Bäumen nicht der Stadt gehört und die Eigentümer des Grundstückes kontaktiert wurden. „Es wird kurzfristig etwas passieren“, versicherte Protzer. Ein Sachverständiger soll sich den Steilhang und die noch stehenden Bäume anschauen, die Eigentümer seien kontaktiert worden und „mit im Boot“. Protzer bestätigte zudem, dass die Eigentümer seitens der Stadt darüber „informiert gewesen“ seien, dass auf dem Steilhang Bäume in keinem guten Zustand stehen. Damit tat die Stadt, was sie tun konnte. Geschehen ist aber offenbar wenig bis nichts, ansonsten wäre es am Sonntag wohl nicht zum Baumsturz gekommen, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde.

Im Stadtgebiet gibt es „etliche Straßen, an dessen Ränder Bäume stehen“, ergänzte Protzer. Wenn diese Bäume auf Privatbesitz stehen, dann sind die Eigentümer dafür verantwortlich, dass von diesen Bäumen keine Gefahr ausgeht. Das bestätigte auf Nachfrage auch Andreas Berg von Straßen.NRW. „Grundsätzlich ist immer der Eigentümer für den Bewuchs auf seinem Grundstück zuständig“, sagte Berg. Der Landesbetrieb appelliert schon seit Jahren an alle Grundstückseigentümer, deren Bäume an öffentlichen Straßen stehen, diese zu kontrollieren und fachmännisch überprüfen zu lassen. Sollte ein Baum die Verkehrssicherheit gefährden, fordert der Landesbetrieb die Grundstückseigentümer auf, die Gefährdung zu beseitigen. Kommen diese der Aufforderung nicht nach, kann der Landesbetrieb die Gefahrenbäume selbst beseitigen und die Kosten dem Grundstückseigentümer in Rechnung stellen. Stichwort: Ersatzvornahme. Am Steilhang in Höhe der Bushaltestelle Kronprinz gehört übrigens eine „Mini-Fläche“, wie es Berg formulierte, dem Landesbetrieb Straßen.NRW, der sich in dieser Woche der Sache annehmen und auch „Nachforschungen“ betreiben wird. Bereits im Oktober 2018 habe es seitens Straßen.NRW an dem Steilhang einen „Außentermin mit einem Anlieger“ gegeben.

Probleme mit nicht mehr standfesten Bäumen häufen sich

Probleme mit nicht mehr standfesten Bäumen am Straßenrand haben sich in der Burgstadt zuletzt gehäuft. Erst in der vergangenen Woche war eine vorübergehende Sperrung der Zufahrt zur Ortslage Bergfeld nötig gewesen, weil morsche und bereits gebrochene Bäume auf die Straße zu stürzen drohten. Nachdem die Bäume beseitigt wurden und keine Gefahr mehr bestand, wurde die Straße wieder freigegeben.

Es wird aber nochmals eine kurzfristige Sperrung der Zufahrt nötig sein, weil an einem Hang noch vom Borkenkäfer befallene Bäume mit entsprechendem Gerät gefällt werden müssen. Einen konkreten Termin gibt es aber dafür noch nicht. In Evingsen waren Mitte März in Folge eines Sturmtiefs Bäume auf die Ihmerter Straße gestürzt. Im Zuge der Aufräumarbeiten waren weitere Gefahrenbäume entdeckt und daraufhin gefällt worden.

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