Baum-Bergung in der Rahmede Sache für Profis

ALTENA Eigentlich hat Xynthia die Altenaer mehr oder weniger verschont – wäre da nicht ein Dutzend Fichten zwischen dem Sportplatz des TuS Mühlenrahmede und der Rahmedestraße gewesen.

Die verloren schon am Sonntagmittag im aufgeweichten Boden ihren Halt, stürzten aber nicht ganz um. Ein Teil stand schräg, die anderen lehnten sich gegen die Nachbarbäume – eine brandgefährliche Situation, die das Ordnungsamt schon am Sonntag zur Sperrung der Straße veranlasste. Dass das richtig war, bestätigte gestern Morgen der für diesen Teil des Stadtgebietes zuständige Revierförster Marcus Teuber. Er war ebenso wie der Baumpflegebetrieb Turk aus Halver in die Rahmede gerufen worden, um die Situation einzuschätzen.

Alle Experten waren sich einig: Bevor der Verkehr auf der Rahmedestraße wieder fließen kann, müssen die „Gefahrbäume“ beseitigt werden – auch wegen der Steillage kein ganz leichtes Unterfangen. Den richtigen Rat wusste schließlich der Förster: Auf seine Empfehlung hin wurde der Rosmarter Forstbetrieb Rafflenbeul hinzu gezogen, der über eine starke Winde verfügt. Mit ihr wurden die Bäume gesichert, bevor sie schließlich von Forstarbeitern abgesägt wurden. Parallel dazu schnitten die Mitarbeiter der Firma Turk am Rand der Rahmedestraße bereits umgestürzte, kleinere Fichten klein. Anschließend wurden sie auf einen Lagerplatz am Hemecker Weg gebracht.

Fast 24 Stunden dauerte die Sperrung – weil auch der Brachtenbecker Weg durch umgestürzte Bäume blockiert war, war kaum ein Durchkommen in Richtung Lüdenscheid. Die MVG leitete die Busse der Linien 37 und S1 über Werdohl um, das Ordnungsamt versuchte mit eilig gebastelten Schilder-Provisorien, die Autofahrer schon an der Pott-Jost-Brücke auf die Situation hinzuweisen – vergeblich, weil den meisten Autofahrern der Sinn verborgen blieb. Eigentlich hätte Straßen NRW als für die Landesstraße zuständiger Betrieb diese Aufgabe übernehmen müssen, kritisierte gestern Fachbereichsleiter Willi Beckmerhagen – allerdings gebe es dort für solche Fälle keine Rufbereitschaft mehr, erst gestern Morgen hätten sich Mitarbeiter des Landesbetriebes zum ersten Mal in der Rahmede blicken lassen. Straßen NRW-Pressesprecher Michael Overmeyer wies diese Kritik gestern zurück: Für besondere Wetterlagen gebe es durchaus eine Rufbereitschaft, die Telefonnummern lägen allen Polizeidienststellen vor. Allerdings sei die zuständige Straßenmeisterei in Lüdenscheid von der Situation in Altena nicht informiert worden.

Jedenfalls blieb es an den Mitarbeitern der Stadt, die Autofahrer zurück zu schicken – nicht jeder reagierte mit Verständnis, nachts wurden die Absperrgitter sogar weggeräumt. Verschärft wurde die Situation dadurch, dass mit dem Brachtenbecker Weg auch die zweite direkte Verbindung in Richtung Lüdenscheid blockiert war.

Über Kosten wurde nur kurz gesprochen – „Hauptsache, der Verkehr kann erstmal rollen“, lautete der Tenor. Trotzdem wird am Ende irgendwer die Zeche zahlen müssen, im Zweifel der Eigentümer der Bäume. „Zu 99 Prozent sicher“ war sich Straßenmeister Detlef Kalupka, dass es sich dabei um den TuS Mühlenrahmede handelt.

Die Feuerwehr hielt sich übrigens zurück – „dafür sind wir nicht da“, sagte Udo Winter, der Leiter der Feuer- und Rettungswache. Seine Leute könnten zwar liegende Bäume aus dem Weg räumen, die Bergung solcher „Gefahrbäume“ müsse man aber Profis überlassen.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare