Der Bauhof vergisst kein Straßenloch

ALTENA - Darüber ärgert man sich am Knerling: Vor Monaten schon ließ die Telekom zwischen der Bundesstraße und dem kleinen Kreisverkehr einen Kabelfehler beseitigen – bis heute wurde das so entstandene Loch in der Fahrbahn der Gustav-Selve-Straße nicht geschlossen.

„Das wissen wir natürlich“, sagt Detlef Kalupka, Straßenmeister im Bauhof der Stadt und nimmt die verantwortliche Baufirma zumindest im Ansatz in Schutz: „Im Winter geht das nicht“ – die letzte Asphaltschicht kann bei kaltem Wetter nicht eingebaut werden. „Inzwischen hätte das aber längst passiert sein können“, ergänzt Kalupka. Er geht davon aus, dass das Loch in Kürze verschwinden wird.

Völlig in Vergessenheit geraten können solche Aufbrüche nicht. Dafür sorgt eine Kontrollliste, die beim Bauhof geführt wird. Grundsätzlich müsse jeder, der eine der städtischen Straßen aufreißen muss, dafür im Vorfeld eine Genehmigung einholen, erklärt Volker Richter, der Leiter des Baubetriebshofs. Sie ist an Bedingungen geknüpft: Nur Fachfirmen dürfen an den Straßen arbeiten. Richter: „Das muss eine in die Handwerksrolle eingetragene Tief- oder Straßenbaufirma machen.“ Darüber seien vor allem Privatleute nicht immer glücklich, weiß er. Manch einer, der zum Beispiel einen Bordstein zur besseren Befahrbarkeit seines Grundstücks absenke, wolle das in Eigenleistung erledigen oder mit Hilfe eines befreundeten Bauarbeiters – „aber das lassen wir nicht zu“.

Wenn die Arbeiten beendet sind, muss der Bauhof erneut informiert werden. Dann schaut sich Kalupka die Straße genau an und beurteilt, ob die Arbeiten sach- und fachgerecht durchgeführt worden sind. Das ist aber noch nicht alles: Nach etwa fünf Jahren schaut der Straßenmeister noch einmal an der Aufbruchstelle vorbei. So lange läuft nämlich die Gewährleistungsfrist. Kurz vor deren Ablauf erfolgt deshalb eine weitere Kontrolle durch den Fachmann.

Dass ein Loch in der Fahrbahn einfach vergessen werde, könne wegen dieser Kontrollmechanismen ausgeschlossen werden, bilanziert Richter. von ThomasBender

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