Bauhof: Diskussionen über die Überstunden

ALTENA ▪ Den Beschäftigten des Baubetriebshofs geht‘s ans Portemonnaie: Überstundenzuschläge, die sie in der Vergangenheit in bescheidenem Maße erhielten, sollten so weit wie möglich vermieden werden – das ist das erklärte Ziel der Betriebsleitung, sie verhandelt darüber mit dem Personalrat.

In den Sommermonaten ist der Einsatz der Mitarbeiter kalkulierbar. Im Moment bedient man sich eines Instrumentes, das der Tarifvertrag vorsieht: Wird in einer Woche mehr gearbeitet, so muss das in der darauf folgenden Woche durch mehr Freizeit ausgeglichen werden.

Dass diese Regelung ihre Tücken hat, beschreibt der städtische Personalratsvorsitzende Klaus-Peter Trappe: „Im Winter funktioniert das nicht“. Dann dürfte es nämlich nur jede zweite Woche schneien, womit im Sauerland natürlich nicht zu rechnen ist.

Seit vier Jahren schon gibt der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst Regeln vor, wie in solchen Fällen mit Mehrarbeit umgegangen werden kann: Es können Arbeitszeitkonten gebildet werden, auf denen Mehrarbeit angesammelt wird, die dann in einem klar definierten Zeitraum wieder „abgefeiert“ werden muss.

Es sei bisher versäumt worden, über solche Arbeitszeitkonten zu verhandeln, räumte Trappe ein. Das wird jetzt nachgeholt – wobei die Vorstellungen zwischen Chefs und Arbeitern noch weit auseinander liegen: Die Betriebsleitung möchte gerne möglichst üppig bemessene Konen bilden, um Situationen wie im letzten Winter besser abfedern zu können – viel Schnee hieß damals für die Mitarbeiter auch viel (Mehr)Arbeit. Sie haben ihrerseits natürlich ein Interesse daran, für diese harte Zeit auch finanziell belohnt zu werden und plädieren deswegen für eher klein bemessene Arbeitszeitkonten. So hätten sie schneller die Chance, Überstundenzuschläge zu bekommen. Sie betragen 25 Prozent.

Der neueste Quartalsbericht der Werksleitung gibt einen Eindruck von den Dimensionen, um die es geht: 1241 Überstunden bauten die 25 gewerblichen Mitarbeiter des Bauhofs allein von April bis Juni ab.

Von den Arbeitszeitkonten nicht berührt werden die Zuschläge, die die Bauhofmitarbeiter für Einsätze außerhalb der üblichen Arbeitszeit erhalten. Ein Blick in den Tarifvertrag zeigt, dass die so üppig nicht sind – müssen sie sonntags raus, gibt‘s gerade mal 25 Prozent Zuschlag. In der Metallindustrie gibt‘s für Sonntagsarbeit eine Zulage von 70 Prozent.

Im Baubetriebshof wurden 2009 knapp 1,25 Mio. Euro für Löhne und Gehälter ausgegeben. Das ist damit die bei weitem höchste Ausgabenposition. Sie stieg im Vergleich zum Jahr 2008 um 70 000 Euro.

Thomas Bender

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