Dieses Jahr bis zu 80 Wohnungen

Saniertes vermietet sich gut: Baugesellschaft renoviert mehr Wohnungen als bisher

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Blick in ein saniertes Bad im Bestand der Baugesellschaft: So ausgestattete Wohnungen lassen sich gut vermarkten.

Altena – „Wir wollen breite Schichten der Bevölkerung mit Wohnraum versorgen und müssen deshalb auch Wohnungen bereithalten, die nur vier Euro pro Quadratmeter kosten“ – so lautet schon immer das Credo von ABG-Vorstand Joachim Effertz. Trotzdem legt das Unternehmen im Jahr 2019 bei den Sanierungen eine Schippe drauf:

Wurden bisher 50 bis 60 Wohnungen pro Jahr gründlich renoviert, so sollen es dieses Jahr bis zu 80 werden. Zu Effertz’ Aufgaben gehört es auch, Mieter zu besuchen, die 90 Jahre alt werden – manchmal staune er, wie es dort aussehe, sagte er. Oft leben die Mieter schon seit Jahrzehnten in ihren Wohnungen, ohne dass dort großartig modernisiert wurde.

Wird solch eine Wohnung frei, dann folgt das ganz große Sanierungsprogramm: Neue Türen, neues Bad, Elektrik erneuern, neuer Fußboden, eventuell die Heizung modernisieren – „eine solche Sanierung schlägt mit 26- bis 34.000 Euro zu Buche, erklärt ABG-Architekt Jörg Hammerschmidt. 

Kosten für den Anbau eines Balkons und für die Verschönerung von Außenlagen sind darin noch nicht einmal enthalten. „Es ist in Altena nicht möglich, diese Kosten komplett auf die Miete umzulegen. Das gibt der Markt nicht her“, erklärt Effertz.

Sanierung hat auch für Mieter ihren Preis

Trotzdem: Die Sanierung hat auch für Mieter ihren Preis, wie ein Blick zum Drescheider Berg zeigt: Im Haus Waldstraße 32 soll eine 66 Quadratmeter große Dreizimmerwohnung 365 Euro kalt kosten – das sind über 5,50 Euro pro Quadratmeter. 

Dafür bekommt man aber auch was Hübsches: „Sämtliche Decken werden mit Raufaser tapeziert und weiß gestrichen. Der Boden wird mit einem Design-CV-Belag versehen. Auch werden neue Buchetüren zur Ausstattung gehören. Das Badezimmer hat ein Fenster und wird beige Boden- und Wandfliesen erhalten. Zur Ausstattung gehört eine bodengleiche Dusche“, heißt es im Exposé für die Wohnung mit Balkon und schöner Aussicht. 

Elektrik muss fast immer saniert werden

„Sanierte Wohnungen vermieten sich generell gut“, weiß Effertz aus Erfahrung. Wenn ein Mieter kündigt, bekommt er vor seinem Auszug Besuch vom Kundenbetreuer der ABG. Der verschaffe sich einen ersten Eindruck und lege fest, welche Sanierungsmaßnahmen erforderlich seien, erklären Effertz und Hammerschmidt. 

Am Halsknopf mit seinen eher günstigen Wohnungen wird anders modernisiert als am Lennestein, wo die Miete im Haus mit Aufzug fast neun Euro kostet. „Nur die Elektrik, die erneuern wir eigentlich immer“, sagte Hammerschmidt – meist haben die Leitungen 60 Jahre und mehr auf dem Buckel.

Wenn im Bestand gearbeitet wird, verlangt das Mietern einiges ab

Dass ein Haus komplett leer steht und alle Wohnungen in einem Rutsch saniert werden, das kommt nur selten vor. Meist wird im Bestand gearbeitet, was vor allem in der ersten Phase den Mietern der anderen Wohnungen einiges abverlangt – es macht nun mal Krach, wenn ein altes Bad herausgerissen werden muss. 

Noch abenteuerlicher wird es, wenn in noch vermieteten Wohnungen gearbeitet wird. Das passiert oft dann, wenn ältere Mieter sich ein barrierearmes Bad wünschen. „Natürlich sprechen wir so etwas immer mit den Mietern ab“, versichern Effertz und Hammertschmidt.

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